Interview
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Forschung auf einem Kreuzfahrtschiff. Wie passt dies zusammen? Das loten derzeit Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht aus, die im Rahmen einer Kooperation mit TUI Cruises auf der „Mein Schiff 3“ eine Reihe wissenschaftlicher Instrumente installiert haben. Interview mit Dr. Wilhelm Petersen, HZG-Abteilungsleiter In-situ Messsysteme, und Lucienne Damm, Umweltmanagerin bei TUI Cruises.
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Institut für Küstenforschung
Küsten, Klima und Gesellschaft

Beobachtungsnetz

Engmaschiges Messnetz

Eddy Christian Schmid

Forschungs-Schnellboot EDDY. Foto: HZG/Christian Schmid

Das Institut für Küstenforschung erkundet das komplexe Wechselspiel von Meer, Land, Atmosphäre und Mensch.

Messtechnik

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Forschungsschiff LUDWIG PRANDTL. Foto: HZG/Christian Schmid

Grundlage für die Forschungsarbeiten ist ein umfangreiches Beobachtungsnetz. Gemeinsam mit neun Partnern betreibt das Helmholtz-Zentrum Geesthacht mit COSYNA (Coastal Observing System for Northern and Arctic Seas) eines der dichtesten Küsten-Messnetze der Welt.

Radarsatelliten erfassen die Oberflächenströmungen in der Deutschen Bucht. Forschungsschiffe hieven Wasserproben an Deck und setzen sogenannte Lander am Meeresgrund ab. Diese mit Sensoren gespickten Gestelle nehmen zum Beispiel Wasserproben und erfassen die Strömungsverhältnisse. Auch auf Fähr- und Frachtschiffen ist HZG-Technik an Bord: „Ferry-Boxen“ saugen während der Fahrt Meerwasser ein und sammeln wichtige Messgrößen wie Temperatur, Salzgehalt und Algenkonzentration – und zwar kontinuierlich über längere Zeiträume. Mit dem institutseigenen Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ sind die Forscher in den Küstengewässern der Nord- und Ostsee unterwegs, denn durch den geringen Tiefgang von nur 1,70 Metern ist das Schiff für diesen Einsatz prädestiniert.

Boje Christian-schmido

Foto: HZG/Christian Schmid

Beobachtungsdaten, gewonnen etwa durch das Küsten-Messnetz COSYNA, tragen zur Verbesserung von Modellergebnisse bei und können mithilfe von mathematischen Methoden in die Berechnung eingehen. An COSYNA beteiligt sind unter anderem das Bundesamt für Seeschiff fahrt und Hydrographie (BSH), das Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) sowie mehrere Landesämter und Institute der Universitäten Bremen, Oldenburg und Kiel. Alles in allem arbeiten mehr als 100 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen für COSYNA.

Ferrybox - Wenn Fähren zu Forschungsschiffen werden

Mobil und unabhängig: Mit den FerryBoxen auf Schiffen sammeln die Wissenschaftler wichtige Daten zum Zustand der Meere.