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Von Menschen, Meeren und Apps

CoastMap Satellitenbild Nordsee

Data from ESA (MERIS), processed by Helmholtz-Zentrum Geesthacht Zentrum für Material- und Küstenforschung GmbH

News der Helmholtz-Gemeinschaft vom 13.04.2017

In unserem Forschungspodcast spricht Moderator Holger Klein mit Kay Emeis vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht unter anderem über den Einfluss, den tausende Windräder in der Nordsee auf das Ökosystem haben und eine App, die Küstenforschung erklärt.

In der Nordsee entstehen riesige Offshore-Winsparks. Etwa 9.000 Windräder werden allein in der deutschen Wirtschaftszone innerhalb weniger Jahre installiert. In der gesamten Nordsee sind es 50.000. Die Masse der Windräder - etwa ein Drittel der Meeresfläche ist für die Windenergiegewinnung vorgesehen - verändert das Meer. Durch die Meeresströmungen entstehen Turbulenzen entlang der 40 Meter in den Meeresboden eingelassenen Sockel. Dadurch wird Sediment aufgewirbelt und von der Strömung davongetragen. So können bis zu acht Meter tiefe Löcher rund um ein Windrad entstehen.

Was das alles für das Ökosystem bedeutet, ist eines der Themen, die Moderator Holger Klein in der aktuellen Episode unseres Forschungspodcasts mit Kay Emeis, dem Leiter des Institutsteils Biogeochemie im Küstenmeer des Instituts für Küstenforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) bespricht. An seinem Institut beschäftigt sich ein interdisziplinäres Team mit den Zusammenhängen zwischen biologischen, geologischen und chemischen Prozessen im Küstenmeer. Emeis ist sich bewusst, dass es wichtig ist, seine Forschung in verständlicher Form auch in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Das Institut hat sich zu diesem Zweck etwas Besonderes ausgedacht: Eine Coastmap-App, die versucht, die angesprochenen Zusammenhänge anschaulich und leicht verständlich darzustellen. Etwa mit einem „Fahrstuhl“, mit dem man sich in der App virtuell von der Atmosphäre über das Wasser bis zum Meeresboden herunter bewegen kann. Eine interaktive Karte zeigt, wie intensiv die Nordsee industriell genutzt wird. Sei es durch Schiffsrouten, Fischerei, Daten- und Stromkabel oder eben Windparks.

Die Löcher, die um die Sockel der Windräder entstehen, füllen die Baufirmen übrigens mit Sandsäcken und Steinen auf. Warum das die Ansiedlung von Arten fördern kann, die früher viel häufiger in der Nordsee anzutreffen waren als heute, erfahren Sie in unserem Podcast.

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