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Für den Menschen und seinen Lebensraum von morgen

Am Abend des 30. Juni 2016 stand der Plenarsaal des Kieler Landtags im Zeichen der Wissenschaft: Schleswig-Holsteins größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung lud zur Jahrestagung: Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht (HZG) präsentierten den rund 300 geladenen Gästen einige ihrer aktuellen und spannenden Arbeiten.

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Prof. Dr. Wolfgang Kaysser spricht im bis auf den letzten Platz besetzten Plenarsaal des Landtages.

Das Motto der Jahrestagung „Für den Menschen und seinen Lebensraum von morgen“ gelte im politischen Diskurs wie auch in der Forschung Helmholtz-Zentrums Geesthacht des gleichermaßen, leitete der Geschäftsführer des HZG, Prof. Dr. Wolfgang Kaysser, die Veranstaltung ein.

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Dr. Herbert Zeisel

Als Vertreter des BMBF sprach Ministerialdirigent Dr. Herbert Zeisel, der sich darüber freute, dass es den Küstenforscher des HZG mit ihrer „Expedition Uhrwerk Ozean“ gelungen ist, Wissenschaft und Forschung prominent in die überregionalen Tagesmedien zu bringen. Im Weiteren ging Herbert Zeisel auf die Neubauten des Forschungszentrums am Standort Geesthacht ein und erklärte, dass eine gute Infrastruktur notwendig für eine qualitativ hochwertige Forschung sei. Dabei könnten die Wissenschaftler des HZG stolz sein, auf das was bisher erreicht wurde. Im Hinblick auf das zukünftige Europäische Forschungsrahmenprogramm ermunterte er die HZG-Forscher schon jetzt im Vorfeld aktiv ihre Ideen einzubringen.

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Staatssekretär Rolf Fischer überbringt Grußworte des Landes Schleswig-Holstein

Als Vertreter des Schleswig-Holsteinischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung rief Staatssekretär Rolf Fischer die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu auf, an der Umsetzung der im Grünbuch Landesentwicklungsstrategie Schleswig-Holstein beschriebenen Optionen mitzuwirken. Das HZG habe eine sehr gute Ausgangslage, um seine Innovationsstrategie voranzutreiben. Der Staatssekretär ging dabei insbesondere auf die ausgezeichnete Kooperation zwischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen ein, so könnten gemeinsam Stärken besser genutzt und auf internationaler Ebene Forschungsfelder besetzt werden.

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Prof. Dr. Regine Willumeit-Römer

Passend zum Motto der Veranstaltung „für den Menschen und seinen Lebensraum von Morgen“ stellte Prof. Dr. Wolfgang Kaysser die aktuellen Schwerpunkte und besondere Highlights der Forschung des Zentrums vor. Er hob hervor, dass exzellente Wissenschaft und umsetzungsorientierte Forschung in steigendem Maße ihre Wechselwirkung mit der Gesellschaft erkennen und gestalten müssen.

Prof. Dr. Regine Willumeit-Römer, Leiterin am Institut für Werkstoffforschung des HZG, gab mit der Präsentation ihrer Forschungsarbeiten „Metallische Biomaterialien für den Menschen“ ein anschauliches Beispiel für den besonders langen Atem, der notwendig ist, um eine großartige Werkstoffidee in eine Anwendung im medizinischen Bereich zu bringen Die aufwändige Testung der Materialien habe jetzt erste potenzielle Werkstoffe für Implantate auf Basis von Magnesium hervorgebracht. Die Relevanz von Magnesium als Implantat-Material zeige sich auch durch seine Aufnahme als Zukunftsmaterial in den Nationalen Strategieprozess „Innovation in der Medizintechnik", so Willumeit-Römer weiter. Bis zur Umsetzung sei es aber noch ein langer Weg.

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V.l.n.r.: Prof. Dr. Kay Emeis, Prof. Dr. Corinna Schrum und Prof. Dr. Burkard Baschek sowie Moderator Dr. Torsten Fischer im Science Talk.

Anschließend diskutierten die Leiterin und die Leiter des Instituts für Küstenforschung, Prof. Dr. Corinna Schrum, Prof. Dr. Burkard Baschek und Prof. Dr. Kay Emeis im Science Talk über die Forschung des HZG für den Lebensraum Küste. Augenmerk der drei Küstenexperten galt an dem Abend der Küstenregion als Gesamtsystem. Die Küstenlinie der Erde sei circa eine Million Kilometer lang und die erweiterte Küstenregion sei Lebensraum für rund 44 Prozent der Weltbevölkerung, so Kay Emeis. Besondere Forschungsaufgabe sei es heute über die Grenzen einzelner Aspekte der Physik, Chemie oder Biologie hinweg, sich das komplexe System anzuschauen. Es gehe jetzt darum, das Konzept Küste neu zu definieren.

Das HZG mache dabei nicht nur eine Bestandaufnahme, sondern liefere auch Prognosen für die Zukunft. Dazu erklärte Dr. Corinna Schrum, dass am HZG viele Berechnungsmethoden und ein theoretischer Rahmen entwickelt wurden, um eine ganzheitliche Betrachtung des Gesamtsystems Küste zu ermöglichen. Eine konkrete Fragestellung sei etwa die Auswirkung des Klimawandels unter Berücksichtigung der natürlichen Variabilität und insbesondere auch weitererb menschgemachter Einflüsse auf diesen Lebensraum.

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Prof. Dr. Burkard Baschek

Prof. Dr. Burkard Baschek ging auf die Expedition Uhrwerk ein. Die Expedition sei überaus erfolgreich abgelaufen und erst vor zwei Tagen abgeschlossen worden. So habe man das Ziel der Expedition kleine Wirbel im Ozean aufzuspüren und zu untersuchen gleich mehrfach erreicht. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus nationalen und internationalen Forschungsorganisation und eine große Zahl von Schiffen, ein Zeppelin und viele weitere Experimentalträger hätten dabei in einem komplexen Prozess erfolgreich zusammengearbeitet. Dafür sprach er den zahlreichen Beteiligten des Zentrums und der weiteren Einrichtungen seinen besonderen Dank aus.

Einen spannenden Einblick in die Faszination des Großexperiments und den Einsatz der Küstenforscher zur Untersuchung der bedeutsamen kleinen Meereswirbel vermittelte zum Schluss der Veranstaltung die Erstaufführung des neunminütigen Films „Expedition Uhrwerk Ozean“.