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Grundstein für Serienproduktion legen:

Neue Forschungskooperation zu Magnesiumblechen für Fahrzeug-Leichtbau

Unter großer Beteiligung von Forschern und Industrievertretern wurde kürzlich der 2. Deutsch-Koreanische Workshop zum Thema „Herstellung und industrielle Anwendung von Magnesium-Halbzeugen“ von Materialwissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in Incheon (Südkorea) durchgeführt.

Herstellen von Magnesium-Bändern mit der Geesthachter Gießwalzanlage

Herstellen von Magnesium-Bändern mit der Geesthachter Gießwalzanlage

Neue Forschungskooperation zu Magnesiumblechen für Fahrzeug-Leichtbau

Der Workshop mit mehr als 120 deutschen und südkoreanischen Teilnehmern wurde von den HZG Werkstoffforschern Dr. Dietmar Letzig und Dr. Sangbong Yi organisiert. Dietmar Letzig: „Das Treffen verlief sehr erfolgreich und mit vielen fruchtbaren Kontakten. In der Automobilwirtschaft besteht ein hoher Bedarf an leichten Materialien. Fahrzeughersteller sind die wichtigsten Abnehmer von Magnesiumblechen. Doch die Fertigung muss günstiger und die Korrosionsbeständigkeit verbessert werden. Daran forschen wir im MagIC.“

Das Geesthachter Magnesium-Innovations Center (MagIC) des Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) ist ein wichtiger wissenschaftlicher Partner für industrielle Leichtbau-Anwendung. In der einzigartigen Forschungsplattform wird unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Ulrich Kainer intensiv an den Magnesium-Technologien der Zukunft geforscht.

Die Teilnehmer haben sich auf dem Workshop über Gießwalztechnologien, Magnesiumbleche und Magnesiumknetwerkstoffe ausgetauscht. Leichtere Autos und Flugzeuge zu bauen, daran arbeiten intensiv die Ingenieure und Wissenschaftler der großen Automobil- und Flugzeugbauer. Denn jedes Kilo weniger senkt den Spritverbrauch und somit die CO2-Emissionen. Magnesium wiegt nur ein Viertel von Stahl und ist noch mal 30 Prozent leichter als Aluminium. Der Werkstoff wird daher bereits erfolgreich in vielen Bereichen des Automobilbaus eingesetzt. In der Regel werden diese Teile als Gussteile hergestellt, etwa im Fahrwerk.

Für großflächige Karosserieteile wie Türen, Klappen oder Dächer, bei denen das Leichtbau-Material noch viel mehr Gewicht sparen könnte, ist es vorteilhafter, gewalzte Magnesiumbleche zu verwenden. Die Materialforscher in Geesthacht untersuchen solche gewalzten Magnesiumbleche, um diese für den Einsatz im Fahrzeugbau anwendbar zu machen. Neben den Geesthachter Materialwissenschaftlern nahmen Forscher und Industrievertreter von Weltkonzernen wie VW, POSCO, Thyssen, RECARO, Renault, Hyundai-Kia sowie Universitäten und Forschungsorganisationen, wie RWTH-Aachen, TU München, TU Bergakademie Freiberg, DLR Stuttgart, Korean Insitute of Materials Science, Seoul National University und POSTECH University teil.

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Bereits nach dem ersten Workshop in Irsee (Bayern) in 2012 wurden erste bilateralen Kooperationen zwischen Industrie und Forschung geschlossen, die weiter ausgebaut und intensiviert wurden. Dazu wurde auf dem Treffen ein Kooperationsvertrag mit dem Halbzeughersteller POSCO und dem Endanwender VW unterzeichnet. Gegenstand der Kooperation ist die Legierungs- und Prozessentwicklung für Serienbauteile im Fahrzeugbau.

Das MagIC – Magnesium Innovations Center des Helmholtz-Zentrums Geesthacht


Das MagIC forscht an Magnesiumwerkstoffen für verschiedenste Anwendungen, zum Beispiel Verkehrstechnik und Medizintechnik. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Legierungsentwicklung und auf Arbeiten zur Optimierung von vorhandenen und neuen Verarbeitungsprozessen. Um ein optimales Eigenschaftsspektrum beim Einsatz des Werkstoffes Magnesium zu erhalten, sind wissensbasierte Grundlagenarbeiten und anwendungsspezifische Untersuchungen notwendig. Das MagIC bietet dafür ausgewiesene Kompetenzen und eine entsprechende Ausstattung.

Kontakt


Abteilungsleiter

Dr. Dietmar Letzig

Institut für Werkstoffforschung - Magnesium Innovations Center

Tel: +49 (0)4152 87-1994

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