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Virtuelles Institut wird real: Erstes Treffen zu Magnesium-Implantaten mit allen Partnern

Am 10. Oktober kamen rund 30 Teilnehmer des Helmholtz Virtuellen Instituts „In vivo studies of biodegradable magnesium based implant materials“ (MetBioMat) nach Geesthacht. Ziel des Forschungsverbundes ist es, bioverträgliche Implantate aus dem Metall Magnesium zu entwickeln, die sich nach Bedarf im Körper auflösen.

Die Teilnehmer des Virtuellen Instituts bei der Kick-off Veranstaltung am 10. Oktober in Geesthacht

Die Teilnehmer des Virtuellen Instituts bei der Kick-off Veranstaltung am 10. Oktober in Geesthacht.

Insbesondere Kliniken und Universitäten aus dem Norddeutschen Raum sind Partner im Projekt. Langfristig soll so durch die enge Verknüpfung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen, Universitäten und Kliniken in Norddeutschland die Basis für ein Translationszentrum zum Thema „Metallische Biomaterialien“ entstehen.

„Mithilfe des Virtuellen Instituts wird es zu überzeugenden Forschungsergebnissen verbunden mit einer regionalen Stärkung in diesem Bereich kommen", erklärt der Wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Prof. Dr. Wolfgang Kaysser. „Für unser Zentrum ist das Thema äußerst interessant, da wir international führende Kompetenzen und Herstellmöglichkeiten für eine Reihe von Materialien haben, die für den Einsatz in der Medizin bestens geeignet sind. Dies gilt für die Magnesiumlegierungen ebenso, wie für unsere Biomaterialien auf Polymerbasis, für die wir bereits 2011 ein Virtuelles Institut am Standort Teltow eingerichtet haben. So verfolgen wir quasi zwei Stoßrichtungen für zwei sehr unterschiedliche Materialklassen."

Das Virtuelle Institut MetBioMat hat eine Laufzeit von fünf Jahren, insgesamt stehen den vier Hauptpartnern und den elf assoziierten Partnern drei Millionen Euro zur Verfügung. Die Grundfinanzierung stammt dabei mit 600.000 Euro jährlich aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds der Helmholtz-Gemeinschaft.

Prof. Dr. Regine Willumeit, Leiterin der Abteilung 'Strukturforschung an Makromolekülen'

Prof. Dr. Regine Willumeit, Leiterin der Abteilung 'Strukturforschung an Makromolekülen'

„In den insgesamt fünf Workpackages werden wir gemeinsam orthopädische Implantate aus Magnesium entwickeln, umfassend charakterisieren und im Organismus testen“, sagt Prof. Dr. Regine Willumeit, Abteilungsleiterin im Institut für Werkstoffforschung am Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Die Initiatorin des Forschungsnetzwerks erklärt die Aufgaben der Geesthachter Forscher: „Unsere Kollegen hier im Magnesium Innovations Center – MagIC - liefern uns das Ausgangsmaterial, die Magnesiumlegierung. Wir untersuchen die Faktoren, die zum Abbau des Magnesiums führen. Außerdem testen wir die Eigenschaften der Magnesium-Legierung im Laborversuch.“

Anschließend übernehmen die Partner an der Medizinischen Hochschule Hannover und am Universitätskrankenhaus UKE in Hamburg sowie an der Universität im Österreichischen Graz die in vivo Untersuchungen, die Tests im Organismus.


Nachwuchswissenschaftler unterstützen: Der Forschungsverband fördert die interdisziplinäre Ausbildung von Doktoranden. die Nachwuchswissenschaftler erhalten Einführungsseminare in Materialforschung, Biochemie, Biologie und Medizin. Ebenso werden Themen zu Patentrecht und der Regulatorien im Gesundheitswesen im Netzwerk behandelt. Den Doktoranden werden damit sowohl die Grundlagen der Biomaterialentwicklung als auch Basiswissen über die Markteinführung eines medizinischen Produktes vermittelt.

Mehr Informationen


Presseinformation zum Start MetBioMat (vom 17.07.2012) Podcast zum Thema Bio-Implantate aus Magnesium (vom Oktober 2011)

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Heidrun Hillen
Heidrun Hillen

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