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Wohlfühlen statt Frust schieben: Arbeiten und Leben im Gleichgewicht

Mehr Zeit für Familie, Hobby oder Sport, flexible Arbeitszeiten oder eine betriebsinterne Kinderbetreuung, das sind heute Werte, die einen guten Arbeitgeber ausmachen. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht geht mit gutem Beispiel voran und verfügt in vielen Bereichen über die richtige Work-Life-Balance.

Im Interview mit der Leiterin der Personalabteilung Gabriele Rinschede-Kirsch sowie ihrer Stellvertreterin Urte Kummerow erfahren Sie mehr über die Leistungen für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Helmholtz-Zentrums Geesthacht.

Was sind die wichtigsten Punkte, um als ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu gelten?

Achten auf das richtige Gleichgewicht von Arbeit und Privatleben: Gabriele Rinschede- Kirsch (li.) und Urte Kummerow (re.).

Achten auf das richtige Gleichgewicht von Arbeit und Privatleben: Gabriele Rinschede- Kirsch (li.) und Urte Kummerow (re.).

Gabriele Rinschede-Kirsch: „Das wichtigste Element, für einen familienfreundlichen Arbeitgeber, sind die Vereinbarungen zur flexiblen Arbeitszeit. Flexible Arbeitszeiten gibt es hier schon seit mehr als 30 Jahren. Mitte der 90er Jahre war das aber revolutionär, dass hier im Zentrum flexible Arbeitszeiten, ganz ohne Kernarbeitszeiten, eingeführt worden sind. Bei Treffen der Personalleiter der Helmholtz-Gemeinschaft höre ich immer Lob und Erstaunen für diese hervorragende Betriebsvereinbarung.“

Urte Kummerow ergänzt: „Es gab schon immer gute Teilzeitlösungen für die Mitarbeiter. Heute haben wir um die hundert verschiedene Teilzeitvarianten hier im Zentrum: Es gibt fast nichts, was es nicht gibt. Das ist sehr unkompliziert. Wir hatten schon vor dem Audit den Kindergarten geplant und fast schon gebaut. Bereits seit 2000 gibt es Vereinbarungen mit dem pme Familienservice der nach wie vor für uns tätig ist und auch den Kindergarten betreut.“

Was hat sich seit der Vergabe des Zertifikats für unser Zentrum geändert?

Gabriele Rinschede-Kirsch: „Aus den Workshops heraus sind Arbeitsaufträge für das HZG entstanden, die dann als nächste Maßnahmen festgeschrieben wurden. So auch bei der Re-Auditierung, die im Frühjahr 2011 stattgefunden hat. Damit soll gewährleistet werden, dass man nicht stillsteht, sondern die Themen auch tatsächlich bearbeitet werden, die als nächste Maßnahmen geplant sind.“

Urte Kummerow: „Konkret erarbeiten wir gerade das Konzept zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. Generell kann man sagen, dass bei den Führungskräften das Bewusstsein geschärft ist, dass es bei einem Mitarbeiter auch noch andere Baustellen gibt, als nur die Arbeit. Heute ist es viel selbstverständlicher, dass Dienstbesprechungen nicht abends um 18 Uhr abgehalten werden, damit Mütter oder Väter besser ihren Familienpflichten nachgehen können und Teilzeitkräfte auch die Möglichkeit haben an der Runde teilzunehmen.“

Gabriele Rinschede-Kirsch: „Wenn wir Frauen die Möglichkeit geben wollen, eine Führungsposition zu übernehmen, dann muss es auch vereinbar sein mit geeigneter Kinderbetreuung. Unsere Angebote sind Erfolgsfaktoren, um wirklich qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu werben. Denn die setzen ja mittlerweile ganz andere Schwerpunkte: Es ist nicht immer nur das Geld, das zählt.“

Sehen Sie weitere Veränderungen?

Gabriele Rinschede-Kirsch: „Das ist ein gesamtgesellschaftlicher Wandel, der auch durch die Politik erreicht wurde. Unter anderem hat das Elterngeld die Erwerbstätigkeit von gut ausgebildeten Müttern stark gefördert. Das spürt man in einem Forschungszentrum mit vielen sehr gut ausgebildeten Mitarbeitern natürlich sofort. Bei uns kommen die Mütter nach einem Jahr zurück. Vorher blieben sie meist drei Jahre zuhause. Es ist auch viel akzeptierter, dass Väter Familie ernst nehmen und in Elternzeit gehen. Hier machen das sehr viele, auch länger als die zwei Monate.“

Welchen Herausforderungen im Bereich Work-Life-Balance muss sich unser Zentrum stellen?

Gabriele Rinschede-Kirsch: „Im Moment steht das Thema Arbeitszeit mit weiterer Flexibilisierung ganz oben, zum Beispiel Jahresarbeitszeitkonten. Eine weitere Aufgabe ist, Betreuungsmöglichkeit auch zeitweise zu ermöglichen und Regelungen, um die Inanspruchnahme eines Sabbaticals - also einer Freistellung – einfacher zumachen.“

Urte Kummerow: „Früher hat man Familienfreundlichkeit an der Kinderbetreuung festgemacht – darum geht es heute nicht mehr nur allein. Es gibt einen Arbeitsauftrag an uns durch die Re-Auditierung, dass wir die Möglichkeit des Homeoffice ausweiten, zum Beispiel wenn Angehörige gepflegt werden müssen.“

Gabriele Rinschede-Kirsch: „Wir sind verpflichtet, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit unserer Maßnahmen zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Unsere wichtigste Zielvereinbarung lautet jetzt, eine Lösung für eine an den Lebensphasen orientierte Arbeitszeitvereinbarung zu finden.“

Vielen Dank für das Gespräch.

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