| Pressemitteilung GKSS-Forschungszentrum Geesthacht

Boden in der Elbmarsch ist völlig in Ordnung Neue Untersuchung vorgelegt

Der Boden im Umkreis des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht ist in Bezug auf radioaktive Werte völlig in Ordnung. Eine neue umfassende Untersuchung belegt, dass alle Messwerte im grünen Bereich sind. Dies ist das Ergebnis einer von Dr. Axel Gerdes, Geologe der Universität Frankfurt, durchgeführten Analyse von Bodenproben in Geesthacht-Grünhof und der Gemeinde Tespe. Seine Untersuchungen stellte der auch bei Kernkraftkritikern anerkannte Wissenschaftler Gerdes jetzt der Geschäftsführung der GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH vor.

Eine erste Analyse von Bodenproben aus der Umgebung der GKSS hatte Dr. Gerdes bereits 2004 vorgenommen. Seinerzeit war er im Rahmen der Recherche zu einer ZDF-Reportage auf Bitten des Senders und der Bürgerinitiative „Bürger gegen Leukämie in der Elbmarsch“ mit den Untersuchungen befasst worden. Schon damals waren seine Ergebnisse ohne Befund. Die seriöse Frankfurter Untersuchung wurde allerdings in dem ausgestrahlten Fernsehbeitrag nicht einmal erwähnt.
Stattdessen ließen die Autorinnen im April 2006 einen Wissenschaftler aus Minsk ebenso kühne wie unbewiesene Thesen vortragen. Unter anderem sollten „Kügelchen“, die heute noch im Boden zu finden sind, von einem angeblichen Zwischenfall stammen. Die bisher ungeklärten Fälle von Kinder-Leukämie in der Elbmarsch sollten mit Radioaktivität zusammenhängen.

Im Frühjahr dieses Jahres nahm Dr. Gerdes erneut Bodenproben, diesmal im Auftrag der GKSS. Bei der Wiederholung seiner Analysen stellte der Geologe fest, dass alle „Kügelchen“ im Boden der Elbmarsch von harmloser Herkunft sind. Es handle sich um Minerale, Eisenoxide, Pflanzensamen oder um Flugasche und Metalloxide, die bei der Verbrennung unterschiedlicher Materialien, zum Beispiel bei Kohlekraftwerken, aus dem Dampf kondensieren.
In Bezug auf Messungen zur Radioaktivität befanden sich in den Bodenproben nur Isotope, die entweder einen natürlichen Ursprung haben oder aus den Atomwaffentests der 60er und 70er Jahre stammen. Außerdem konnte der Wissenschaftler in geringen Spuren Isotope nachweisen, die bei dem Reaktorunfall von Tschernobyl freigesetzt wurden.

Bei der Geschäftsleitung der GKSS wurden die eindeutigen Ergebnisse aus Frankfurt erfreut zur Kenntnis genommen. „Dr. Gerdes, als führender Experte auf diesem Gebiet der Analytik, hat nachgewiesen, dass keinerlei Hinweise auf einen Störfall bei GKSS zu finden sind", erklärt Professor Wolfgang Kaysser, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GKSS.

Gleichzeitig betonte Kaysser: "Ich wünsche mir sehr, dass die tatsächlichen Ursachen der Kinder-Leukämie in unserer Region schnell gefunden werden. Damit spreche ich sicherlich auch im Sinne der GKSS-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die im Raum Geesthacht arbeiten und mit ihren Familien leben".