| Pressemitteilung GKSS-Forschungszentrum Geesthacht

Dem Faktor "Verdunstung" auf der Spur

GKSS koordiniert Klima-Feldexperiment

Im Rahmen zweier vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekte findet ab Montag, 19. Mai 2003, am Meteorologischen Observatorium Lindenberg des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Brandenburg ein Klima-Feldexperiment zum Thema "Verdunstung" statt. Koordinator dieses Experiments ist die Abteilung "Hydrometeorologie" des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht.

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Alle wesentlichen physikalischen, chemischen und biologischen Prozesse, die Einfluss auf Wetter und Klima haben, können durch mathematische Gleichungen beschrieben werden. Diese finden Eingang in Modellsimulationen, auf die sich Atmosphären- und Klimaforscher bei ihren Wettervorhersagen und Klimaprognosen stützen. Dabei genügt es nicht, nur die Prozesse in der Atmosphäre zu berücksichtigen. Von großer Bedeutung sind auch die Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und den Ozeanen sowie der Landoberfläche.

Vor allem der Verdunstung kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu. So ist etwa die Verdunstung über einem See eine andere als über einer Betonfläche, sie unterscheidet sich über einem Wald deutlich von einer Wiese oder einem Getreidefeld.

Aufgabe der Forscher ist nun, mathematische Methoden zur Bestimmung charakteristischer Verdunstungswerte über größeren Flächen zu entwickeln, die zu einer Verbesserung der Wetter- und Klimaprognosen beitragen. Im Rahmen des Feldexperiments LITFASS-2003 (Lindenberg Inhomogeneous Terrain – Fluxes between the Atmosphere and the Surface: a long-term Study) soll u.a. die Gültigkeit dieser mathematischen Verfahren anhand von Messungen überprüft werden.

Bei der noch bis 21. Juni 2003 dauernden Kampagne werden verschiedene meteorologische Messstationen der GKSS zum Einsatz kommen. Ermittelt werden vor Ort z.B. atmosphärische Messgrößen wie Temperatur, Wind und Feuchte. Umfassende Ergebnisse werden Endes dieses Jahres vorliegen.

An dem Experiment beteiligt sind Wissenschaftler des DWD, des Max-Planck-Instituts für Meteorologie Hamburg, des Instituts für Troposphärenforschung Leipzig, des Alfred-Wegener-Instituts Bremerhaven, der Universitäten Braunschweig, Bayreuth, Dresden, Leipzig sowie Forschungseinrichtungen aus den Niederlanden und der Schweiz.

Beim Feldexperiment zum Einsatz kommen außerdem Flugzeuge des Aufklärungsgeschwaders 51 "Immelmann" der Bundeswehr. Mit ihrer Hilfe werden flächendeckende Wärmebilder der Erdoberfläche erstellt. Örtliche Behörden und Betriebe werden die Messungen unterstützen.