| Pressemitteilung GKSS-Forschungszentrum Geesthacht

Großes Interesse an kleinen Partikeln

GKSS beteiligt sich an Messkampagne zur Klimaforschung in Japan

Noch bis zum 15. April 2003 findet im ostchinesischen Meer über den Küstengewässern Japans eine Messkampagne statt, an der sich neben japanischen Forschungseinrichtungen auch niederländische und deutsche Wissenschaftler beteiligen. 280.000 Euro hat die Europäische Weltraumorganisation ESA für den GKSS-Anteil der Forschungen, die unter der wissenschaftlichen Projektleitung des GKSS-Instituts für Küstenforschung laufen, bereitgestellt.

Kopie Von Gkss

Die Ziele der Forschungsarbeiten sind weit gesteckt. Sie dienen u. a. der Vorbereitung einer Mission, die 2010 von der ESA mit dem Start des Klimasatelliten "EarthCare" geplant ist. Dieser soll mit Wolkenradar- und Lidarsystemen ausgestattet sein. Dabei handelt es sich um Fernerkundungsmessgeräte, die sehr detaillierte Informationen über die die Erdoberfläche bedeckenden Wolken- und Aerosolschichten erfassen.

Wie Markus Quante, Leiter der Projektgruppe am Institut für Küstenforschung der GKSS erklärte, seien genaue Kenntnisse über Wolken-Aerosol-Wechsel-wirkung von entscheidender Bedeutung für Klima-modelle, aber bis jetzt nur unzureichend bekannt.

Vor der südjapanischen Küste sorgen oft sehr schnell wechselnde meteorologische Bedingungen für hervorragende Forschungsvoraussetzungen. Häufig wechselnde Windrichtungen mit Land- oder Seewinden erzeugen unterschiedliche Wolken und Partikelverteilungen in der Luft (Aerosole), welche die Wissenschaftler während der Messkampagne untersuchen wollen.

Aerolsole können z.B. als kleinste Staub- oder Rußpartikel, aber auch als Meersalzteilchen in große Höhen transportiert werden. Prototypen der Satelliteninstrumente wurden für die Messkampagne auf einem japanischen Forschungsflugzeug installiert. In knapp 13 km Höhe kommen sie über dem Messgebiet zum Einsatz und liefern Informationen über Wassertröpfchen, Aerosole und deren Wechselwirkungen in den Wolken.

Zur Überprüfung dieser Daten werden parallele Messungen in den Wolken von zwei weiteren Forschungsflugzeugen aus durchgeführt. Wissenschaftler des GKSS-Instituts für Küstenforschung haben entsprechende Geräte - so genannte Partikelmesssysteme - weiterentwickelt. Diese erlauben eine sehr genaue Aerosol- und Wolkenpartikelbestimmung während des Fluges.

Die von den Fernerkundungssensoren gewonnenen Daten werden mit den Daten der Partikelmessungen verglichen und verifiziert. Die dazu erforderliche Datenqualität ist eine Spezialität der GKSS-Arbeitsgruppe, die auf diesem Gebiet hohes internationales Ansehen genießt und schon bei vielen Messkampagnen mitgewirkt hat. Derartige Messkampagnen dienen einerseits der Weiter-entwicklung der Geräte-Prototypen sowie andererseits der Optimierung von Datenauswerteverfahren.

Kontakt


Markus Quante

Tel: 04152/87-1501