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Der Blick in das Innere von neuartigen Legierungen

„The truth is in there“ titelte der einleitende Vortrag. Diese Anspielung spiegelt den Wunsch der Materialforscher wider, in das Innere von Materialien blicken zu können und deren Eigenschaften zu verstehen. Um das Verhalten neuartiger Legierungen zu entschlüsseln, setzen sie geeignete Methoden ein.

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39 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 13 Nationen nutzten die zweitägigen Summer School in Prag.

In einer zweitägigen Summer School zum Thema „Utilization of advanced characterization methods for tailoring the properties of lightweight materials“ fanden sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des ‚Departments of Physics of Materials‘ der Karls-Universität Prag und des ‚Magnesium Innovation Centre (MagIC)‘ am Helmholtz-Zentrum Geesthacht in den Räumen der Universität im Herzen Prags zusammen.

39 Teilnehmer aus 13 Nationen nutzten die Gelegenheit, in einer Reihe interessanter Vorträge, während der Institutsbesichtigung oder im direkten Gespräch ihre Erfahrungen zu verschiedensten Messmethoden und ihrer Anwendung auf verschiedene Materialien auszutauschen und neue Perspektiven zu entwickeln. Im Vordergrund stand der Leichtbauwerkstoff Magnesium.

18 Beiträge befassten sich mit zahlreichen Analysemethoden zur in-situ-Messung von Materialeigenschaften sowie bildgebenden ex-situ-Methoden, die benutzt werden, um das Verformungs- und Rekristallisationsverhalten verschiedener Magnesiumlegierungen im Verformungsfall zu untersuchen. Methoden zur Qualifizierung von Schichtsystemen zum Korrosionsschutz von Magnesium- und Aluminiumoberflächen wurden besprochen. Modellierungsansätze helfen, die inneren Vorgänge in den Materialien besser beschreiben zu können.

In ihren einleitenden Reden hoben die Ausrichter der Veranstaltung Doc. RNDr. František Chmelík – Vizedekan der Fakultät Mathematik und Physik der Universität – und Prof. Karl Ulrich Kainer – Institutsleiter im Institut für Werkstoffforschung – die Bedeutung der Kooperation zwischen beiden Instituten hervor, die dieses Jahr ihr 15-jähriges Jubiläum feiern kann. Die „Produkte“ dieser Kooperation können sich sehen lassen: mehr als 30 Publikationen in begutachteten Zeitschriften, Beiträge zu einer Reihe von Doktorarbeiten, Masterarbeiten und Bachelorarbeiten und sogar eine bevorstehende Habilitation.

Mit ihrer Messmethode der „Akustischen Emissionsmessung“ konnten die tschechischen Kollegen oftmals Rückschlüsse auf lokale und zeitlich begrenzte Vorgänge in den untersuchten Materialien ziehen. Bei näherem Hinsehen entpuppte sich dann eine Reihe von gemessenen Intensitätsmaxima schon mal als unerwartete dehnungsverzögerte Zwillingsbildung, einem wichtigen Verformungsmechanismus für Magnesiumlegierungen.