Fortschritt bei den Wasserstoffspeichermaterialien

Neuartige Wasserstoffspeichermaterialien

Wasserstoffspeichermaterialien für niedrigere Arbeitstemperaturen zum Patent angemeldet

Modell der komplexen Reaktionen in einem Reaktiven Hydrid-Komposit

Die Speicherung von Wasserstoff in Hochdrucktanks und Flüssigwasserstofftanks stellt derzeit den Stand der Technik dar. Wasserstoffspeicherung in Metallhydriden ist eine besonders sichere Alternative, die jedoch in der Vergangenheit aufgrund der geringen gravimetrischen Speicherdichte von Wasserstoff in den relativ schweren konventionellen Raumtemperaturhydriden für viele Anwendungen nicht in Betracht kam. Leichtmetallhydride zeichnen sich demgegenüber durch eine hohe gewichtsbezogene Speicherdichte aus, haben jedoch den Nachteil einer höheren Wasserstoff-Reaktionswärme. Dies kann dazu führen, dass die Energieeffizienz ähnlich wie bei der Hochdruck- oder auch der Flüssig-Wasserstoffspeicherung absinkt.

Durch die Entwicklung der Reaktiven Hydrid-Komposite bei GKSS ist ein wichtiger Schritt erreicht worden, um diese Reaktionswärme abzusenken. In 2007 haben GKSS-Mitarbeiter darüber hinaus ein neues Verfahren zur Destabilisierung von Hydrid- und Hydridkompositsystemen gefunden und zum Patent angemeldet, das es ermöglicht, durch die teilweise Substitution von Wasserstoff durch Fluor die Reaktionswärme im Hinblick auf potenzielle Anwendungen besser abstimmen zu können. Die ausschließliche Nutzung von anfallender Prozess-Abwärme (beispielsweise der Abwärme einer Brennstoffzelle) für den Wasserstoff-Desorptionsprozess rückt damit auch bei den neuen Leichtmetallhydriden und -hydridkompositsystemen noch näher.