| Pressemitteilung HZG und HSU Kooperation

Helmholtz-Zentrum Geesthacht und Helmut-Schmidt-Universität vereinbaren enge Kooperation

Zusammenarbeit in Forschung, Lehre und Nachwuchsförderung auf dem Gebiet der Werkstoffforschung vertraglich besiegelt.

Am Freitag, dem 9. Dezember 2011, unterzeichneten der Präsident der Helmut-Schmidt-Universität, Prof. Dr. Wilfried Seidel, und die Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, Prof. Dr. Wolfgang Kaysser und Michael Ganß, einen Kooperationsvertrag, mit dem die beiden Einrichtungen auf Forschungsgebieten miteinander verknüpft werden, in denen sie jeweils weltweit führend sind. Gegenstand des Vertrags ist die Schaffung und gemeinsame Nutzung von Ressourcen für die Werkstoffforschung.

Die Schicht aus Titandioxid wird per Kaltgasspritzen aufgebracht, damit lässt sich deutlich mehr Wasserstoff herstellen als herkömmlich. Im Bild: Prof. Dr. Thomas Klassen. [Download]

Die Schicht aus Titandioxid wird per Kaltgasspritzen aufgebracht, damit lässt sich deutlich mehr Wasserstoff herstellen als herkömmlich. Im Bild: Prof. Dr. Thomas Klassen. [Download]

Der Schwerpunkt der Forschung am Institut für Werkstofftechnik der Helmut-Schmidt-Universität liegt auf dem Gebiet der Oberflächentechnik. Das Institut ist weltweit führend auf dem Gebiet des Kaltgasspritzens – einer relativ jungen Beschichtungstechnik, die maßgeblich an der HSU entwickelt wurde und mit der sich funktionale Schichten für vielfältige Anwendungsgebiete herstellen lassen.

Kaltgasspritzen ist ein Verfahren, bei dem der Beschichtungswerkstoff in Pulverform mit sehr hoher Geschwindigkeit auf das Trägermaterial aufgebracht wird. Dazu wird ein vergleichsweise gering aufgeheiztes Prozessgas durch Expansion in einer Düse auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigt. Dann werden die Pulverpartikel in den Gasstrahl injiziert, die dabei auf eine so hohe Geschwindigkeit beschleunigt werden, dass sie – im Gegensatz zu anderen thermischen Spritzverfahren – auch ohne vorangehendes An- oder Aufschmelzen beim Aufprall auf eine Oberfläche eine dichte und fest haftende Schicht bilden.

“Mit dem Kaltgaspritzen lassen sich Bauteile – beispielsweise für Solarzellen – beschichten, deren Oberflächen dann so aktiv sind, dass sie deutlich mehr Wasserstoff produzieren können, als herkömmliche Reaktoren“, sagt Professor Dr. Thomas Klassen, der das Institut für Werkstofftechnik an der HSU und gleichzeitig den Geschäftsbereich Werkstofftechnologie am HZG leitet.

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht nimmt bereits heute international sowohl auf dem Gebiet der Wasserstoffspeicherung in Metallhydriden als auch bei der Entwicklung von neuen Membranen für Gastrennung und Brennstoffzellen eine Führungsrolle ein.

Regenerative Energietechnik und Ressourcenschonung

Haben den Vertrag zur stärken Verknüpfung der Forshungsaktivitäten unterschrieben: die Helmholtz-Geschäftsführer Michael Ganß und Wolfgang Kaysser sowie der HSU-Präsident Wilfried Seidel (v.l.n.r.). [Download]

Haben den Vertrag zur stärken Verknüpfung der Forshungsaktivitäten unterschrieben: die Helmholtz-Geschäftsführer Michael Ganß und Wolfgang Kaysser sowie der HSU-Präsident Wilfried Seidel (v.l.n.r.). [Download]

Die im Geschäftsbereichs Werkstofftechnologie im Institut für Werkstoffforschung des HZG gebündelten Abteilungen „Nanotechnologie“ und „Membranen für die regenerative Energietechnik“ bieten die einzigartige Möglichkeit, die komplementären Kompetenzen dieser Abteilungen zusammenzuführen und künftig die Forschungstätigkeit auf Systemlösungen auszurichten.

„Die kostengünstige Massenproduktion von Wasserstoff aus regenerativen Quellen erfordert die Entwicklung effektiver Abtrenn- und Aufbereitungsverfahren für Wasserstoff mit geringstem Energieaufwand“, sagte Prof. Dr. Wolfgang Kaysser, der wissenschaftliche Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums Geesthacht.

Das Zusammenwirken der beiden Einrichtungen eröffnet neue Perspektiven für eine konzentrierte Forschung im Bereich der regenerativen Energietechnik und Ressourcenschonung, insbesondere zur Wasserstoff-Technologie.

Während der zunächst fünfjährigen Laufzeit der Kooperationsvereinbarung ist Prof. Dr. Thomas Klassen gleichzeitig Professor der HSU und Institutsleiter des HZG, seine Dienstbezüge tragen die beiden Einrichtungen zu gleichen Teilen. Zusätzlich wird eine von HSU und HZG gemeinsam getragene Junior-Professur eingerichtet, die inhaltlich ebenfalls auf funktionale Werkstoffe für die regenerative Energietechnik ausgerichtet sein wird. Die herausragenden kaltgasgespritzten Schichten aus photokatalytisch aktivem, nanokristallinem Titandioxid sollen hinsichtlich der Wasserstoffherstellung durch Solarenergie erforscht werden.

Das Themengebiet bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, sowohl in der Grundlagen- als auch in der anwendungsbezogenen Forschung. Zum einen sind katalytische Reaktionen bei der Wasserstoffspeicherung und in der Brennstoffzelle entscheidende Prozesse. Zum anderen besitzen photokatalytische Schichten auch Potenzial für andere Reaktionen, beispielsweise Schadstoffabbau in Luft oder Wasser.

Weiterer Inhalt der Kooperationsvereinbarung betrifft auch die akademische Lehre an der HSU: Einschlägig qualifizierte Beschäftigte des Helmholtz-Zentrums Geesthacht können bei Bedarf Lehraufträge an der Fakultät für Maschinenbau der HSU erhalten. Im Gegenzug erlaubt das Helmholtz-Zentrum Geesthacht den Studierenden der Helmut-Schmidt-Universität, Studien- und Abschlussarbeiten am HZG durchzuführen.

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Werkstofftechnologie Helmut-Schmidt-Universität

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Heidrun Hillen
Heidrun Hillen

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