Systemanalyse und Modellierung
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Küstenklima

Umweltbedingungen wie Stürme, Sturmfluten oder extremer Seegang beeinflussen das Leben und Arbeiten an der Küste. Unter Küstenklima verstehen wir die Statistik solcher Ereignisse.
Die Wissenschaftler der Abteilung Küstenklima untersuchen, wie sich das Küstenklima langfristig ändert. Mit Hilfe komplexer Modellsysteme werden dabei sowohl vergangene Zustände rekonstruiert, als auch Szenarien für die Zukunft erstellt. Ziel der Arbeiten ist ein besseres Verständnis der klimatischen Prozesse und Veränderungen im Küstensystem. Mit diesem Wissen unterstützen die Wissenschaftler Akteure aus Wirtschaft, Verwaltung und Öffentlichkeit bei der Entscheidungsfindung.
Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt derzeit Bereich der Nord- und Ostsee, wobei zunehmend auch andere Regionen zum Beispiel in Südostasien betrachtet werden. Ein zentrales Produkt ist unser Datensatz coastDat, der zurzeit von mehr als 90 Anwendern genutzt wird.

coastDat

Der coastDat Ansatz wurde entwickelt, um eine verbesserte Datenlage zur Bewertung langfristiger Veränderungen in den marinen Umweltbedingungen zu schaffen. Der Ansatz basiert auf der Verwendung quasi-realistischer numerischer Modelle der marinen Atmosphäre, der Wellen auf der Meeresoberfläche oder von Sturmfluten, die unter Verwendung spezieller Techniken und vorhandener Daten das marine Klima rekonstruieren und eine stündliche Beschreibung der Veränderungen seit etwa 1948/1958 bis heute liefern. Zusätzlich sind Szenarien möglicher zukünftiger Änderungen in Folge des Klimawandels verfügbar, die die Rekonstruktionen in konsistenter Weise ergänzen. Der coastDat Ansatz wurde seit mittlerweile mehr als 15 Jahren entwickelt und erfolgreich angewandt, um zum Beispiel die Effizienz politischer Maßnahmen zur Reduktion chronischer Ölverschmutzungen oder Veränderungen im Sturmflutklima zu bewerten. Im industriellen Bereich wurde coastDat unter anderem im Schiffbau oder bei der Planung von Offshore Windparks verwendet. Zurzeit wird coastDat von etwa 90 verschiedenen Nutzern genutzt, wobei etwa 42% aus dem industriellen Bereich, 44% aus der Forschung und 14% aus Behörden stammen.