Forschung
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Messungen im Hamburger Hafen (Foto: Sina Bold / HZG)

Europäische Forschungsinfrastruktur zur Untersuchung von Fluss-Meer-Systemen

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DANUBIUS-RI (engl. Research Infrastructure) ist ein langfristiges, europäisches und interdisziplinäres Forschungsinfrastrukturvorhaben zur Untersuchung von Fluss-Meer-Systemen. Die Forschungsinfrastruktur soll Wissenschaftlern ermöglichen, die Einzugsgebiete der Flüsse, die Flüsse selber, die Übergangsgewässer wie Ästuare und Deltas, sowie ihre angrenzenden Meere zusammenhängend zu betrachten. Das Ziel ist ein besseres Prozess- und Systemverständnis zu entwickeln, um bestehende und zukünftige Herausforderungen in Flüssen und ihren angrenzenden Meeren zu bewältigen, ein nachhaltiges Management zu gewährleisten und wertvolle Ökosystemdienstleistungen aufrecht zu erhalten.

Partner aus 16 Ländern in Europa arbeiten zusammen


DANUBIUS-RI wird derzeit als verteilte Infrastruktur mit Partnern aus 16 europäischen Ländern aufgebaut. Das Forschungsinstitut GeoEcoMar in Rumänien koordiniert DANUBIUS-RI. Dort soll auch der „Hub“ und das Datenzentrum angesiedelt werden.

Des Weiteren befindet sich ein Technologietransferbüro in Irland, sowie vier thematische Knoten („Nodes“) an verschiedenen Standorten in Europa, die wissenschaftliche Kernelemente von DANUBIUS-RI planen und koordinieren: Beobachtungssysteme (Plymouth Marine Laboratory, UK), Analytik (Bundesanstalt für Gewässerkunde, Deutschland), Modellierung (Institute of Marine Sciences, Italien) und Sozio-Ökonomie von Fluss-Meer-Systemen (Deltares, Niederlande).

Zur Zeit werden beispielhaft an acht Standorten („Supersites“) die folgenden Fluss-Meer-Systeme in Europa erforscht: obere, mittlere und untere Donau, Elbe, Themse, Ebro, Po und Nestos, sowie ihre jeweiligen angrenzenden Meere. Die Aufnahme von weiteren Supersites ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Die Bundesanstalt für Gewässerkunde koordiniert die deutschen Aktivitäten in DANUBIUS-RI und das Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG) koordiniert die Elbe-Nordsee Supersite. Für ein nachhaltiges Management von Elbe und Nordsee wird fachübergreifendes Wissen über die natürlich ablaufenden Prozesse und ihre Wechselwirkungen im gesamten Fluss-Meer-System, sowie über die Auswirkungen menschlicher Aktivitäten inklusive des Klimawandels benötigt. Regionale Akteure haben die Möglichkeit, Partner in der Elbe-Nordsee Supersite zu werden. Des Weiteren entwickelt das HZG im Vorbereitungsprojekt DANUBIUS-PP federführend die „Science and Innovation Agenda“, d.h. die Forschungsschwerpunkte, für DANUBIUS-RI.

DANUBIUS-RI erhält europäisches Qualitätssiegel


Im Jahr 2016 wurde DANUBIUS-RI in die Roadmap des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (engl. ESFRI) aufgenommen. ESFRI Projekte werden aufgrund ihrer wissenschaftlichen Exzellenz und Reife ausgewählt. Die Aufnahme in die Roadmap erfolgt, um ihre strategische Bedeutung für das europäische Forschungsinfrastruktursystem zu unterstreichen und ihre zeitige Implementierung zu unterstützen.

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Für die Vorbereitung von DANUBIUS-RI stehen bereits vier Millionen Euro aus dem europäischen Forschungs- und Innovationsprogramm Horizont 2020 zur Verfügung (Grant Agreement No. 739562). Das Vorbereitungsprojekt DANUBIUS-PP (Preparatory Phase) startete Ende 2016 und läuft bis Ende 2019, um die wissenschaftlichen, organisatorischen und finanziellen Grundlagen für den Aufbau und den Betrieb von DANUBIUS-RI zu schaffen. Die Vorbereitungs- und Implementierungsphase wird voraussichtlich 2022 abgeschlossen sein. Der operationelle Betrieb von DANUBIUS-RI ist für einen Zeitraum von über 30 Jahren geplant.

Kontakt bei HZG:

Dr. Jana Friedrich
Dr. Jana Friedrich

Tel: +49 (0)4152 87-1891

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