Institut für Küstenforschung
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Ein Glider kurz vor dem Abtauchen. Im Hintergrund das Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“. -Bild: HZG-

Operationelle Systeme und die Dynamik des Küstenozeans

Die Küstengebiete der Weltmeere waren und sind für die Menschen wichtige Orte. Sie bieten Siedlungsplätze und ein breites Nahrungsangebot. Handelswege über die Meere ermöglichen den schnellen Warenaustausch. Die Küstenozeane wurden und werden zudem wirtschaftlich für Fischfang, Ölgewinnung und neuerdings für Windparks genutzt.

Auch für die Wissenschaft sind die Küstenozeane von Interesse: Durch die geringen Wassertiefen gibt es hier besonders enge und dynamische Wechselwirkungen zwischen Meerwasser und Meeresboden. Die Küstengebiete der Meere sind außerdem ein Bereich mit einer besonders hohen Artenvielfalt. Gleichzeitig lassen sich hier die menschlichen Einflüsse etwa durch Schifffahrt, Fischfang oder Bauten im Meer besonders gut studieren.

Die Abteilung „Operationelle Systeme“ widmet sich der Beobachtung des Küstenozeans. Ziel ist, die dort stattfindenden sehr dynamischen Prozesse besser zu verstehen und den Zustand der Küstengewässer in seiner Gesamtheit genauer beschreiben zu können.

Die drei Hauptforschungsgebiete sind dabei:

  • die Prozesse in Wasserwirbeln und -fronten in vergleichsweise kleinen Räumen ("submesoskalige Prozesse")
  • biogeochemische Prozesse in der Nordsee
  • der Einfluss von Windparks auf Küstengewässer

Verwendet werden dafür Daten aus verschiedenen Experimenten und aus COSYNA.

COSYNA
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Im Rahmen von COSYNA erfolgen die Messungen mithilfe vieler verschiedener Systeme wie Glider, Bojen, FerryBoxen, Satelliten oder Radar. -Bild: HZG-

COSYNA (Coastal Observing System for Northern and Arctic Seas) ist ein breit aufgestelltes System und ermöglicht eine systematische und fortlaufende Beobachtung des nördlichen und arktischen Küstenmeeres. Mit den gewonnen Daten werden Computermodelle, die die Abläufe im Küstenmeer nachbilden, überprüft und verbessert. Ziel sind die Beschreibung des aktuellen Umweltzustands und Kurzfrist-Vorhersagen.

Die von COSYNA zur Verfügung gestellten aufbereiteten Daten können Behörden, Wirtschaft und Öffentlichkeit nutzen, um Routineaufgaben besser zu planen. Auch können sie auf Ausnahmesituationen wie Verschmutzungen, Ölunfälle oder giftige Algenblüten passend reagieren. Ein weiterer Einsatzbereich sind längerfristige Einschätzungen und Vorhersagen.

In COSYNA werden zudem wissenschaftliche Produkte wie Strömungskarten der Nordsee entwickelt und verbessert. Außerdem werden Messbojen und andere wissenschaftliche Instrumente eingesetzt, weiterentwickelt und optimiert.

In Zusammenarbeit mit vielen Partnern wird in COSYNA das Wissen über Küsten - vor unserer "Haustür" wie auf der ganzen Welt - sowie ihre regionalen Besonderheiten erweitert.

Zur Homepage von COSYNA.

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