| Pressemitteilung

Klimawandel in Hamburg

Bedrohung durch den Klimawandel wird in Hamburg stärker wahrgenommen

Die Bedrohung durch den Klimawandel wird von der Hamburger Bevölkerung zunehmend stärker wahrgenommen – das zeigen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht in der Studie „Risikobewusstsein der Hamburger Bürger für den Klimawandel 2018“.

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Der Hamburger Fischmarkt unter Wasser. Foto: deejaymd/Fotolia

Im Frühjahr 2018 wurde zum inzwischen elften Mal eine telefonische Umfrage unter Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hamburg durchgeführt, um deren Wahrnehmung des Klimawandels und seiner möglichen Folgen zu ermitteln. „Wir wollten den Trend, der sich in den vergangenen Jahren bereits abgezeichnet hat, weiter beobachten“, erklärt Prof. Beate Ratter, Leiterin der Abteilung Sozioökonomie des Küstenraumes im Helmholtz-Zentrum Geesthacht (HZG). „Insgesamt bestätigt die diesjährige Befragung den Trend der letzten Jahre. Die Bedrohung durch den Klimawandel wird in Hamburg zunehmend stärker wahrgenommen und die Anzahl derer, die die Folgen bereits heute wahrnehmen, steigt“, so Ratter. Auch die Wahrnehmung der Naturkatastrophen mit den schwersten Folgen reiht sich in die Tendenz der letzten Jahre ein: Sturmfluten und Überschwemmungen sinken in ihrer Relevanz, während vor allem Stürme, aber auch Starkregen, als zunehmende Bedrohung für Hamburg wahrgenommen werden.

Zur Studie: Risikobewusstsein der Hamburger Bürger für den Klimawandel

Umfrage: Klimawandel in Hamburg

Im Verlauf der Telefonumfrage wurden 502 Hamburger Bürgerinnen und Bürger vom Forschungsinstitut forsa (Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse mbH) zu ihrer Wahrnehmung des Klimawandels befragt. Die erste Umfrage dieser Reihe wurde im Jahr 2008 durchgeführt. In den zehn Jahren wurde das Thema Klimawandel in den Medien kontrovers diskutiert, wissenschaftliche Erkenntnisse haben sich weiterentwickelt und die unterschiedlichen Gründe sowie die aus dem Klimawandel folgende Konsequenzen wurden mit einer Fülle von Daten und Ergebnissen untermauert. Diese Umfrageserie ergänzt den wissenschaftlichen Kenntnisstand um die Wahrnehmung des Klimawandels der Hamburger Bevölkerung in ihrem täglichen Leben. Trotz methodischer Grenzen trägt diese langjährige Betrachtung dazu bei, sich entwickelnde Trends oder Veränderungen in der Wahrnehmung des Klimawandels der Hamburger Bevölkerung aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass Wissen nicht gleich Wahrnehmung zu bedeuten hat. Risiko-Bewusstsein und die Entwicklung der gefühlten persönlichen Betroffenheit sind wichtige Faktoren für persönliche Vorsorgemaßnahmen, weshalb es interessant ist, diesen Zusammenhang näher zu betrachten.

Kernaussagen

  • Bedrohung: 18 Prozent der Befragten nehmen die Bedrohung Hamburgs durch den Klimawandel als „sehr groß“ wahr – das ist ein neuer Höchststand, seit die Befragung durchgeführt wird. Knapp die Hälfte der Befragten nehmen sie als „groß“ wahr.
  • Folgen: Die Folgen des Klimawandels sind für eine zunehmende Anzahl der Hamburger Bürger bereits heute spürbar. 43 Prozent der Befragten haben dem zugestimmt.
  • Potentiell schwerste Folgen: Stürme werden mittlerweile als zunehmend bedrohlicher wahrgenommen. Sturmfluten und Überschwemmungen hingegen sinken in ihrer wahrgenommenen Bedeutung.
  • Persönliche Betroffenheit: Die potentielle persönliche Betroffenheit hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert – 55 Prozent der Befragten halten es für möglich, in Hamburg persönlich von einer Naturkatastrophe betroffen zu sein.

Ansprechpartnerin


Prof. Dr. Beate Ratter

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Institut für Küstenforschung, Sozioökonomie des Küstenraumes

Tel: +49 (0)4152 87-1527

E-Mail Kontakt