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Internationale Ostseeforschung mit HZG-Beteiligung gestartet

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Im Rahmen des internationalen Ostseeforschungs und -entwicklungsprogramms BONUS starteten zum 1. April 2015 acht neue Forschungsprojekte mit einem Gesamtvolumen von 17,3 Millionen Euro. An zwei Projekten sind Wissenschaftler aus dem Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht beteiligt. Sie analysieren den Einfluss der Schifffahrt auf die Ostseeregion und arbeiten an Methoden und Werkzeugen zur Unterstützung der maritimen Raumordnung.

Wissenschaftler aller acht an die Ostsee grenzenden EU-Mitgliedstaaten kooperieren in BONUS und stellen den politischen Entscheidungsträgern Informationen und Werkzeuge zur Verfügung, um die ökologische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Ostseeraumes zu stärken. Die beiden Projekte, an denen Wissenschaftler des Helmholtz-Zentrums Geesthacht beteiligt sind, nennen sich BaltSpace („Towards sustainable governance of Baltic marine space”) und SHEBA (“Sustainable shipping and environment in the Baltic Sea“). In SHEBA arbeiten unter der Federführung von schwedischen Wissenschaftlern Kollegen aus Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland und Polen zusammen. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht leitet innerhalb des Projektes die beiden Arbeitspakete „Air pollution“ und „Dissemination, education and data products“.

Einfluss der Schifffahrt auf die Ostseeregion

Die Wissenschaftler untersuchen in SHEBA die Schifffahrt auf der Ostsee und treffen Aussagen über das derzeitige und zukünftige Verkehrsaufkommen. Sie entwickeln Szenarien für die Zukunft und berechnen den Einfluss der Schifffahrt auf die Wasserqualität, die Emissionen in die Luft und auf Unterwasserlärm. Dafür verwenden sie das derzeit modernste Emissionsmodell, welches auf einem automatischen Identifikationssystem von Schiffsbewegungen basiert. Atmosphärische, ozeanische und Lärmausbreitungsmodelle werden in Kombination mit ökotoxikologischen Studien analysiert, um räumlich-zeitliche Verteilungen und Auswirkungen dieser Stressfaktoren in der Ostseeregion zu bewerten.

Ein Ziel von SHEBA ist es, den Einfluss der verschiedenen Schadstoffe auf die Wasserqualitätsindikatoren der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) und der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) sowie auf Luftqualitätsindikatoren zu identifizieren. Aber auch Möglichkeiten, den von der Schifffahrt ausgehenden Druck zu mindern spielen im Projekt eine zentrale Rolle. SHEBA wird durch viele Institutionen wie Häfen, die Schifffahrtsindustrie und Behörden unterstützt.

Unterstützung der maritimen Raumordnung

In dem zweiten Projekt, an dem HZG beteiligt ist, BaltSpace, arbeiten Wissenschaftler aus Schweden, Dänemark, Deutschland, Litauen und Polen zusammen, um wissenschaftlich fundierte Werkzeuge zur Unterstützung der maritimen Raumordnung zu entwickeln. Die maritime Raumordnung gilt als Schlüsselinstrument, um eine wachsende Nutzung des Meeresraumes und seiner Ressourcen im Einklang mit einem guten Umweltzustand zu ermöglichen. Ihre Ziele drücken sich politisch in der Blue Growth Strategie und der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie der EU aus.

Die Wissenschaftler in BaltSpace sehen konkreten Forschungsbedarf im Hinblick darauf, was die Umsetzung der maritimen Raumordnung auf nationaler und grenzüberschreitender Ebene im Ostseeraum fördert und einschränkt - und wie Zusammenarbeit und Interessenausgleich der maritimen Wirtschaftssektoren sowie zwischen den Anrainerstaaten verbessert werden können.

„Wir möchten diese Lücke schließen und auf Grundlage einer sozial- wie naturwissenschaftlich fundierten Analyse Werkzeuge testen, die ökologische, soziale, wirtschaftliche und politische Informationen zusammenführen können“, so HZG-Projektleiter Andreas Kannen. Auf verschiedenen Ebenen werden Vertreter der in den Ostseeanrainerstaaten für die maritime Raumordnung verantwortlichen Behörden eingebunden und ein Dialog zwischen Wissenschaftlern und Planungspraktikern organisiert. Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht leitet innerhalb des Projektes das Arbeitspaket „Approaches and tools”, ist aber auch an allen anderen Arbeitspaketen beteiligt.

Sowohl SHEBA als auch BaltSpace haben eine dreijährige Laufzeit und enden im März 2018.

Kontakt


Projekt SHEBA

Dr. Volker Matthias
Dr. Volker Matthias

Institut für Küstenforschung

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Tel: Tel: +49 (0)4152 87-2346

E-Mail Kontakt

Projekt SHEBA

Institut für Küstenforschung

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Tel: +49 (0)4152 87-2378

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Projekt BaltSpace

Dr. Andreas Kannen
Dr. Andreas Kannen

Institut für Küstenforschung

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Tel: +49 (0)4152 87-1874

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Pressearbeit Institut für Küstenforschung

Jessica Klepgen
Jessica Klepgen

Institut für Küstenforschung

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Tel: +49 (0)4152 87-2833

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