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Ausgezeichnete Arbeit: Öldrift in der Nordsee

Dr. Alena Chrastansky erhält für ihre Doktorarbeit den mit 3000 Euro dotierten Städtepartnerpreis der Gesellschaft „Harmonie von 1789“. In Ihrer Arbeit hat Chrastansky berechnet, wie sich Ölverschmutzungen entlang der deutschen Nordseeküste verteilen. Ihre Arbeit hat sie am Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Universität Hamburg angefertigt.

Alena Chrastansky erläutert ihre Arbeit den Besuchern des Forschungsschiffes „Ludwig Prandtl“ während der „Forschung vor Anker Tour“ an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.

Es geht nicht um große Ölmengen, wie sie beispielsweise bei Tankerunfällen anfallen, sondern um so genannte chronische Einleitungen entlang von Schiffsrouten. Solche Verschmutzungen entstehen beispielsweise durch das illegale Waschen von Schiffstanks. Alena Chrastansky ist in ihrer Arbeit der Frage nachgegangen, wie das Öl typischerweise unter dem Einfluss wechselnder Windrichtungen verdriftet.

Für ihre Berechnungen hat sie Computersimulationen von Meeresströmungen für die vergangenen 50 Jahre genutzt. Auf dieser Basis berechnete ein von Chrastansky erstelltes Driftmodell die Verteilung des Öls in Abhängigkeit vom Ort der Einleitung.

Das Ergebnis: Selbst bei gleich bleibender Einleitungsrate hätte wetterbedingt die Ölbelastung an den deutschen Küsten in den letzten 20 Jahren abgenommen. Die wetterbedingt veränderte Öldrift kann, neben einer verringerten Öleinleitung, als Erklärung für den Rückgang der Funde von ölverschmutzten Vögeln angesehen werden.

Die Preisträger Anna Jessel, Christina Raub und Dr. Ulrich Callies, der die Auszeichnung stellvertretend für Dr. Alena Chrastansky entgegen nahm. Von hinten rechts im Bild.: Prof. Dr. Jürgen Sündermann (Vorsitzender des Fördervereins „Freunde und Förderer des Zentrums für Meeres- und Klimaforschung e.V.“), Peter Börner, (Vorsitzender der Gesellschaft „Harmonie von 1789“) und Boris Fischer-Zernin (Vorstandsmitglied der Gesellschaft „Harmonie von 1789“).

Die Erkenntnisse aus Chrastanskys Arbeit sind nicht nur für Norddeutschland relevant. Ihr Forschungsansatz kann auch auf andere Regionen übertragen werden. Aus diesem Grund wurde Chrastanskys Arbeit nun mit dem ersten Städtepartnerpreis der Gesellschaft „Harmonie von 1789“ ausgezeichnet. Der Preis zeichnet herausragende, an der Universität Hamburg angefertigte Arbeiten aus den Bereichen Wasser, Meer und Klima aus.

Bei der Preisverleihung am 09. Januar in Hamburg konnte Alena Chrastansky nicht dabei sein. Mittlerweile ist die Geographin als Postdoc bei der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) in Melbourne, Australien. Den Preis hat Dr. Ulrich Callies, in dessen Abteilung Chrastansky promoviert hat, stellvertretend für sie entgegengenommen.

Hintergrund

Die Simulationen der Nordseeströmungsfelder wurden ebenfalls am Institut für Küstenforschung erstellt. Neben vielen anderen Simulationen und Modelldaten zum Küstenklima sind sie auf dem Datenportal coastDat verfügbar.

Weitere Informationen

Interaktive Darstellung der Ergebnisse im Internet Zur Abteilung "Modellierung zur Bewertung von Küstensystemen"

Kontakt

Dr. Ulrich Callies

Tel: 04152 87-2837

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