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Sommerschule im Schlickwatt

In Lauenburg und Büsum findet dieses Jahr vom 19. bis 30. September die „Sommerschule für Küstenforschung“ statt. Während der 12 Veranstaltungstage bringen sich die 20 Teilnehmer auf den neuesten Wissensstand zum Klimawandel und seinen Auswirkungen auf die Nordsee. Die jungen Meeres- und Umweltwissenschaftler kommen aus 15 Ländern und haben doch eines gemeinsam – sie möchten weltweit die Küsten und Meere erforschen. Das Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht, das Alfred-Wegener Institut in Bremerhaven und das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde veranstalten seit 2002 jedes Jahr gemeinsam eine Sommerschule zu verschiedenen Themen der Klima- und Meeresforschung – entstanden aus der Idee, aktuelles Wissen aus der Forschung an Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt weiterzugeben.

Wattenmeer vor Büsum [Download]

Dr. Götz Flöser vom Geesthachter Institut für Küstenforschung ist einer der Initiatoren der Sommerschule. „Hier treffen sich junge, engagierte Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen, aber mit gleichen Interessen. Oft vernetzen die Teilnehmer der Schule sich und haben noch nach Jahren Kontakt“, so Flöser.

Am 19. September kommen die Teilnehmer in Lauenburg an und fahren am 24. September weiter nach Büsum. Das Forschungs- und Technologiezentrum Westküste der Christian Albrechts Universität zu Kiel (FTZ) ist Gastgeber für einen Teil der diesjährigen Veranstaltung.

Am Wochenende besuchen die Teilnehmer die Schleswig-Holsteinische Wattenmeerküste, die Seehundstation in Friedrichskoog und das Multimar Wattforum in Tönning. Im Gegensatz zu wissenschaftlichen Vorträgen dürften nasse Füße im Schlickwatt und Wattwürmer für viele eine völlig neue Erfahrung sein.

Nachwuchswissenschaftler zu Gast in Lauenburg und Büsum

Bei der Auswahl der 20 Teilnehmer spielen ausschließlich fachliche Aspekte wie die Mitarbeit in Forschungsprojekten oder wissenschaftliche Veröffentlichungen eine Rolle. Denn die Kosten werden zu 100 Prozent von den drei Veranstaltern getragen. So können die Nachwuchswissenschaftler ohne finanzielle Hürde an der Sommerschule teilnehmen. Das ist gerade für Studenten aus Entwicklungsländern interessant.

Einige der Gaststudenten stellen sich hier vor.

Sheila Santander [Download]

Die gebürtige Philippinin Sheila Santander lebt und studiert an der Hochschule der Vereinten Nationen in Japan. Ihr Master in Fischereibiologie hat sie zur Forschung über Meeresverschmutzung durch Fischfarmen gebracht. „Aspekte des Klimawandels sind heute aus keinem Bereich der Meeresforschung mehr wegzudenken. Ich möchte mich mit führenden Wissenschaftlern und den anderen Gaststudenten austauschen. Keine Laborarbeit, kein Seminar oder Fachbuch könnte diese Erfahrung wettmachen“.

Hadayet Ullah [Download]

Hadayet Ullah kommt aus Bangladesh, hat Meeresbiologie studiert und einen Master in Fischereiwissenschaften. Bisher forscht er ausschließlich an tropischen Küsten. „Es interessiert mich, wie Küstenforschung in Deutschland funktioniert. Die Nordsee ist eines der am besten untersuchten Meere der Welt und die Schule wird von den führenden Forschungszentren in diesem Gebiet organisiert. Ich freue mich darauf, neue Forschungsansätze und Methoden kennenzulernen, die ich auch zu Hause anwenden kann.“

Fati Aziz [Download]

Die Biologin und Umweltwissenschaftlerin Fati Aziz kommt aus Ghana. Sie möchte hier vor allem „Best-Practice“ Beispiele zur Anpassung an den Klimawandel in Küstenregionen kennenlernen. „Diese Inspiration werde ich für den Forschungsantrag „Küstenzonenmanagement in Ghana“ nutzen, den ich gemeinsam mit meiner Universität in Ghana und der Küsten Union Deutschland e.V. schreibe.“

Vera Schuhbauer [Download]

Vera Schuhbauer kommt aus Lüneburg und hat das Institut für Küstenforschung während eines Studienpraktikums kennen gelernt. „Ich freue mich auf die internationale Arbeitsatmosphäre der Veranstaltung. Im Oktober startet mein Masterstudium „Tropical Marine Ecology“ an der Universität Bremen. Ich hoffe während der Sommerschule viele interessante Einrichtungen und Projekte aus der ganzen Welt kennenzulernen.“

Olga Solovyova [Download]

Olga Solovyova ist Biologin am „Institute of Biology of Southern Seas“ am Schwarzen Meer in der Ukraine. „Wir haben einen ganz neuen Forschungszweig zu nachhaltigem Küstenmanagement an unserem Institut. Ich untersuche den Einfluss von Wasserbaumaßnahmen auf Organismen und Ihre Fähigkeit das Meerwasser zu reinigen wie es z.B. bei Ölunfällen passiert. In der Sommerschule möchte ich mehr über die nachhaltige Nutzung von Küsten lernen.“

Info zur Sommerschule

Die Schule ist 2002 aus der Idee entstanden, aktuelles Wissen aus der Forschung an Nachwuchswissenschaftler aus aller Welt weiterzugeben. Seitdem findet die Schule jedes Jahr statt und wird von den beteiligten Forschungseinrichtungen im Wechsel organisiert. Das Programm der Schulen umfasst Vorträge, Projektarbeit und Exkursionen zu Einrichtungen der Meeres- und Klimaforschung.

Kontakt

Dr. Götz Flöser

Tel: +49 (0)4152 87-2345

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Kontakt für Journalisten

Julika Doerffer

Tel: 04152 / 87 1784

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Weitere Informationen

Internetseite der Sommerschule

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