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Was beeinflusste Thunfischfänge zwischen 1525 und 1756 in Südeuropa?

Langfristige Veränderungen der Temperatur können die Produktivität und Zusammensetzung von Ökosystemen beeinflussen, da viele biochemische Prozesse temperaturgesteuert sind. Für Ökosysteme, die große geographische Gebiete umfassen ist dieser Einfluss schwer nachzuweisen, da rezente menschliche Einflüsse einen wesentlich stärkeren Effekt bewirken können als die Umweltbedingungen. Die Analyse der Variation von Umweltdaten aus Zeiten, in denen dieser menschliche Einfluss nicht so stark war wie heute, kann daher die Zusammenhänge zwischen dem Klima, beziehungsweise den Umweltbedingungen und der ökologischen Produktivität viel klarer aufzeigen.

Roter Thunfisch (Thunnus thynnus)

Eine Studie versucht, die Beziehung zwischen den Temperaturschwankungen und der Population des Blauflossen-Thunfisches (auch Roter Thunfisch) im Mittelmeerraum zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert zu entwirren, indem historische Fangaufzeichnungen, Temperaturrekonstruktionen aus Proxy-Daten und Simulationen des vergangenen Klimas mit einem globalen Klimamodell zusammengeführt und analysiert wurden.

Die Periode zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert war durch einen sehr markanten Abfall der Temperaturen in Europa charakterisiert. Das Maximum der Abkühlung wurde um 1700 erreicht, während einer Zeit sehr geringer Sonnenflecken-Aktivität, bekannt als Spätes Maunderminimum. Während dieser Periode könnten die Temperaturen in Europa im Mittel um etwa 1 °C kälter gewesen sein als heute, obwohl diese Zahl noch immer unsicher ist.
Diese kalten Temperaturen hatten einen starken negativen Einfluss auf die Population des Blauflossen-Thunfisches. Diese Population kann mit Hilfe gut dokumentierter historischer Aufzeichnungen von Fischfängen abgeschätzt werden, die an Häfen in Südwest-Spanien an Land gingen.

Die Fangmethoden dieser Zeit haben sich nicht stark verändert, so dass die Änderung der Fangzahlen als Spiegel politischer Veränderungen (z.B. Kriege und soziale Unruhen), aber auch als Reflektion der Temperaturänderungen gesehen werden kann.

Die Statistische Analyse all dieser Daten erlaubt die Aussage, dass Klimaschwankungen während dieser vergangenen Periode etwa 10% der Variation in der mediterranen Blauflossen-Thunfisch-Population erklären können. Dieser Effekt hat sowohl Einfluss auf die Fortpflanzung als auch auf die Sterblichkeit der Population. Ein großer Teil der Variationen ist in jedem Fall durch interne Populationsschwankungen zu erklären.

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Dr. Eduardo Zorita
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