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Gesamtbelastung und Verteilung von Polyfluorierte organische Substanzen in Seehunden (Phoca vitulina) aus der Deutschen Bucht

Polyfluorierte organische Substanzen (PFCs) gehören zu den neuartigen Problemstoffen, die auch als „PCBs des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet werden. PFCs zeichnen sich durch ihre Persistenz, Toxizität und ihr Potential zur Bioakkumulation aus. Aufgrund ihrer einzigartigen Eigenschaften finden sie seit ca. 50 Jahren vielfältige Anwendung in industriellen und kommerziellen Produkten wie u.a. Beschichtungen für Lebensmittelverpackungen, Imprägniermitteln für Textilien, Hilfsmittel in der Polymerchemie (z.B. Teflon®) oder Bestandteil von Feuerlöschschäumen.

Weltweit werden jährlich mehrere tausend Tonnen PFCs hergestellt. Die bekanntesten Vertreter der PFCs sind das Perfluoroctansulfonat (PFOS) und die Perfluoroctansäure (PFOA), die bereits ubiquitär in der Umwelt gefunden wurden.

In der vorliegenden Arbeit wurde die PFC-Belastung von Seehunden aus der Deutschen Bucht untersucht. Die Bestimmung von PFCs in den einzelnen Seehundgeweben ergab folgende Verteilung: Blut ≈ Leber > Muskel > Lunge > Niere ≈ Fett > Herz ≈ Gehirn >> Thymus > Schilddrüse, wobei auf Blut und Leber etwa drei Viertel der PFCs entfielen. Die ∑PFC-Gesamtbelastung in Seehunden wurde auf 2665 ± 1207 µg absolut abgeschätzt, hierbei hatte PFOS mit über 95% den größten Anteil. Diese spezifische Verteilung ist darauf zurückzuführen, dass PFCs an Blutproteine binden und sich darüber in den unterschiedlichen Organen anreichern können.


Reference:
Ahrens L, Siebert U, Ebinghaus R, 2009. Total body burden and tissue distribution of polyfluorinated compounds in harbor seals (Phoca vitulina) from the German Bight. Marine Poll. Bull. 58, 520-525.

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Figure 1. PFC whole body burden distribution in percent and µg per tissue in brackets for harbor seals (Phoca vitulina) from the German Bight. Download

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