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Fächerecholotmessungen über einer experimentellen Verklappungsstelle vor der Küste Mecklenburg Vorpommerns

Im Zeitraum von Juni 2001 bis Oktober 2004 fanden 6 Vermessungen mit dem Fächerecholotsystem des Instituts für Küstenforschung, GKSS Geesthacht über der Klappstelle statt, um Aussagen über morphologische Veränderungen der Verklappungsstrukturen treffen zu können (Stockmann et al. 2009). Die Untersuchung zeigte, dass ein beachtlicher Teil des Baggerguts bereits während des Verklappungsprozesses verdriftete (Mergel 14 %, Mischboden 37 %). Das übrige Material setzte sich am Seeboden ab, wobei sich auf der Mergelklappstelle kraterartige Ringe ausbildeten (Abbildung).

Weiterhin konnten anhand der Fächerecholotdaten die morphologischen Veränderungen des Klappgebietes in den darauffolgenden Jahren analysiert werden. Da diese Veränderungen lediglich im Bereich von einigen Zentimetern lagen, mussten hohe Anforderungen an die Messgenauigkeit gestellt werden. Der dominante Prozess war eine Abflachung der Verklappungsstrukturen, dabei ist überraschend wie stabil die Verklappungsstrukturen sind. Eine Extrapolation der Abflachung in die Zukunft bei gleichbleibenden Strömungsverhältnissen zeigte ein Fortbestehen der Verklappungsstrukturen über mehrere Jahrzehnte.
Neben der Untersuchung der morphologischen Veränderungen des Seebodens wurde die Fächerecholotvermessung der Klappstelle auch zur Untersuchung von Überlebensraten von begrabenen Organismen verwendet (Powilleit et al. 2009). In Laborversuchen wurden die Überlebensraten von 6 häufig am Seeboden verbreiteten Spezies in Abhängigkeit von der Schichtdicke und dem Material untersucht, unter welchem sie begraben wurden. Die Ergebnisse dieser Laborversuche wurden dann anhand der Fächerecholotdaten auf die experimentelle Klappstelle angewendet, um die Überlebensrate der Organismen auf der Verklappungsstelle zu ermitteln. Dabei lag die mittlere Überlebensrate der 6 Testspezies bei 45 % auf der Mergelklappstelle und 43 % auf der Mischbodenklappstelle.

Veröffentlichungen

  • Martin Powilleit, Gerhard Graf, Jörn Kleine, Rolf Riethmüller, Karina Stockmann, Markus A. Wetzel und Jochen H. E. Koop (2009): Experiments on the survival of six brackish macro-invertebrates from the Baltic Sea after dredged spoil coverage and ist implications for the field, Journal of Marine Systems 75, 441 – 451.
  • Karina Stockmann, Rolf Riethmüller, Martina Heineke und Gerhard Gayer (2009): On the morphological long-term developement of dumped material in a low-energetic environment close to the German Baltic coast, Journal of Marine Systems 75, 409 – 420.

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Abbildung links: Profile über einen Mergelkrater
Abbildung rechts: Bathymetrie der Mergelklappstelle Download

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