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Sturmklima und Seehunde im Watt: Küstenforscher werden für ihre hervorragenden Doktorarbeiten ausgezeichnet

Gleich zwei Doktoranden aus dem Institut für Küstenforschung wurden im März für ihre hervorragenden Arbeiten ausgezeichnet. Dr. Mechthild Grebe erhielt für ihre Untersuchungen zu einem Eiweiß im Blut von Seehunden den A.M.S.EI. Preis der Gesellschaft Deutscher Chemiker. Dr. Oliver Krüger erhielt für seine Untersuchungen zur Beurteilung des vergangenen Sturmklimas den Förderpreis der Reinhard-Süring-Stiftung.

Dr. mechthild Grebe wurde auf der A.M.S.EI. Tagung für Ihre hervorragende Doktorarbeit ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr von Dr. Wolfgang Buscher von der Universität Münster überreicht (Foto: HZG).

Dr. mechthild Grebe wurde auf der A.M.S.EI. Tagung für Ihre hervorragende Doktorarbeit ausgezeichnet. Der Preis wurde ihr von Dr. Wolfgang Buscher von der Universität Münster überreicht (Foto: HZG).

Mechthild Grebe hat in Ihrer Doktorarbeit ein Verfahren entwickelt, um ein bestimmtes Eiweiß im Blut von Seehunden zu untersuchen. Aus dem Gehalt dieses Transferrins lassen sich im Zusammenspiel mit anderen Parametern Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand der Meeressäuger ziehen. Ist der Transferringehalt im Blut der Seehunde beispielsweise erhöht, kann dies ein Hinweis auf Verletzungen, Infektionen oder Entzündungen sein.

Die Biochemikerin hat in ihrer Arbeit erstmals Referenzbereiche für den Transferringehalt im Blut von freilebenden Seehunden der Nordsee abgeleitet. Bei zukünftigen Untersuchungen können diese Werte nun für die Bewertung des Gesundheitszustandes von Seehunde herangezogen werden.

Die Ergebnisse aus den Untersuchungen einzelner Tiere können Wissenschaftlern helfen, den Zustand des Wattenmeeres zu beurteilen. Denn der Gesundheitszustand der Seehunde kann auch durch Umwelteinflüsse beeinflusst werden.

Mechthild Grebe hat Ihre Doktorarbeit in der Abteilung „Marine Bioanalytische Chemie“ am Institut für Küstenforschung in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg, Fachbereich Chemie geschrieben. Seit Juli 2011 ist Mechthild Grebe in der HUK Umweltlabor GmbH in Wenden als Bereichsleiterin Analytik tätig.

Forschung an Klimaextremen

Dr. Oliver Krüger wurde mit dem Förderpreis der Reinhard-Sühring-Stiftung für seine Doktorarbeit zum Sturmklima über dem Nordostatlantik ausgezeichnet (Foto: HZG).

Dr. Oliver Krüger wurde mit dem Förderpreis der Reinhard-Sühring-Stiftung für seine Doktorarbeit zum Sturmklima über dem Nordostatlantik ausgezeichnet (Foto: HZG).

Oliver Krüger hat in seiner Doktorarbeit mehrere Methoden zur Beschreibung des vergangenen Sturmklimas verglichen. Bei diesen Methoden werden Daten von Luftdruckmessungen herangezogen, um die historische Sturmaktivität zu beschreiben. Direkte Windmessungen sind meist zu ungenau. Der Meteorologe möchte mit seiner Arbeit untersuchen, wie verlässlich diese Methoden sind.

Oliver Krüger hat in seiner Arbeit Luftdruckdaten für den Nordostatlantik aus Computersimulationen und direkte Luftdruckbeobachtungen miteinander verglichen. In beiden Fällen wurden Statistiken der Windgeschwindigkeiten abgeleitet, die der Meteorologe untersucht hat.

Das Ergebnis: Vor allem zwischen 1880 und 1950 gibt es große Unterschiede zwischen den beiden Statistiken. Der Grund: Seit 1950 wurden vermehrt Beobachtungsdaten in die Computermodelle eingespeist, die die Simulation seit dem immer genauer machen.

Oliver Krüger arbeitet seit März 2013 an der University of Edinburgh in Schottland und führt seine Forschungen zu Klimaextremen dort fort.

Hintergrund


Der A.M.S.EI. Preis wird jährlich von der Gesellschaft Deutscher Chemiker für hervorragender wissenschaftlicher Arbeiten auf dem Gebiet der chemischen Mikro- und Spurenanalyse an junge Wissenschaftler verliehen. Das an Mechthild Grebe vergebene Preisgeld wurde von der Merck KGaA gestiftet.

Die Reinhard-Sühring-Stiftung verleiht den Förderpreis jährlich an junge Wissenschaftler aus dem Bereich der Meteorologie. Oliver Krüger hat für seine Auszeichnung 1000 Euro erhalten.