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Seesteg in Tesperhude (Foto: Ina Frings / HZG)

Forschungsplattform Tesperhude

Die Elbe und angrenzende Nordsee sind von großer ökologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung. Jedoch verändern sich sowohl Quantität und Qualität des Wassers sowie des Sediments als auch die Struktur und Funktionsweise der assoziierten Ökosysteme mit weitreichenden Auswirkungen auf die Ökosystemdienstleistungen. Es werden daher Messsysteme benötigt, die kontinuierlich hochaufgelöste und zeitnahe Daten liefern zu gelösten und partikulären Stoffen (z.B. Nährstoffe, Schadstoffe, Schwebstoffe, Mikroalgen), die aus der Mittelelbe in die Tideelbe eingetragen werden, da diese die Stoffumsätze im Hamburger Hafen und weiter stromabwärts bis in die angrenzende Nordsee bestimmen.

Für diese Aufgaben wird eine Forschungsplattform in Tesperhude an der Elbe aufgebaut, um entsprechende Methoden und Technologien entwickeln, testen und betreiben zu können, die diese benötigten Daten zur Verfügung stellen. Neben kontinuierlicher Datenerhebung und Einbindung in andere wissenschaftliche Forschungsinfrastrukturen bietet die Forschungsplattform einen Mehrwert für die regionale Wirtschaft, z.B. im Bereich aquatischer Technologien. Bisher unterstützen zehn kleine und mittlere Unternehmen aus Schleswig-Holstein sowie die Wirtschaftsvereinigung Geesthacht und die Hamburg Port Authority das Vorhaben mit einem „Letter of Support“. Ebenso kommen viele öffentlichen Einrichtungen des Bundes, der Hansestadt Hamburg sowie der Länder Schleswig-Holsteins und Niedersachsens als Nutzer der Forschungsplattform und der generierten Daten infrage.

Karte mit Markierung Standort Plattform

Der Aufbau der Forschungsplattform erfolgt in Tesperhude an der Elbe in unmittelbarer Nähe zum Seesteg. Tesperhude ist ein Ortsteil der Stadt Geesthacht und liegt ca. 8 km oberhalb des Wehrs Geesthacht, das den Beginn der Tideelbe markiert. Die Forschungsplattform ist fußläufig vom Standort des Helmholtz-Zentrums Geesthacht erreichbar.

Die Forschungsplattform wird auf einem schwimmenden Pontonsystem aufgebaut, das an Pfählen befestigt der Wasserlinie folgt. Dieses Pontonsystem wird einen Container tragen, worin die wissenschaftlichen Geräte untergebracht werden.

Luftaufnahme vom Standort HZG an der Elbe

Das Helmholtz-Zentrum Geesthacht liegt oberhalb des Geesthachter Ortsteils Tesperhude auf dem Geesthang (Foto: Michael Stresser / HZG)

Aufgrund der strategischen Position mit Nähe zur Tideelbe und des Helmholtz-Zentrums Geesthacht wird die Forschungsplattform in regionale, nationale und internationale Forschungsinfrastrukturvorhaben eingebettet.

Der Aufbau erfolgt in Zusammenarbeit mit der Forschungsinitiative MOSES (Modular Observation Solutions for Earth Systems) der Helmholtz-Gemeinschaft. MOSES untersucht die Auswirkungen von hochdynamischen Extremereignissen, wie beispielsweise Starkregen, Hochwasser, Hitzewellen, und Dürren vor dem Hintergrund langfristiger Trends.

Eine weitere Einbindung erfolgt in die Elbe-Nordsee Supersite des europäischen Forschungsinfrastrukturvorhaben DANUBIUS-RI (International Centre for Advanced Studies on River-Sea Systems), welches zum Ziel hat, die Forschung in Fluss und Meer zusammenzuführen („von der Quelle bis ins Meer“).

Der Aufbau der Forschungsplattform in Tesperhude wird zu 50% aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und zu 15% aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein gefördert. Weitere 35% sind der Eigenanteil des Helmholtz-Zentrums Geesthacht. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 850.000 €. Das Projekt hat im Oktober 2019 begonnen und endet im September 2021.

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Projektleitung
Projektleitung

Sina Bold

Tel: +49 (0)4152 87-2830

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