Marine Bioanalytische Chemie

Elbe - Kampagne 2015

Herkunft und Transport von Schadstoffen anhand von Mustern und Isotopenverhältnissen

Stationsübersicht

Die Elbe ist ein wichtiger Eintragsweg von Schadstoffen in die Küstenregionen der Nordsee und die Deutsche Bucht. Im Rahmen des NOAH Projektes und unserer Wattenmeerkampagne 2014 haben wir Sedimente und Schwebstoffe hinsichtlich der Schadstoffgehalte untersucht. Um herauszufinden, wo welche anorganischen Schadstoffe und Elemente herstammen, beproben wir nun folgerichtig die Elbe, um Schadstoffmuster zu erkennen und somit Herkünfte und Transportwege darzustellen.

Die Stationsauswahl erfolgte in Anlehnung an die erfolgreichen Kampagnen in den 1990er Jahren bis 2002. Dieser umfangreiche Datensatz dient auch als Grundlage, um zeitliche Änderungen und Abnahmen ausgewählter anorganischer Schadstoffe festzustellen. Aber die Fragestellung dieses Projektes geht über die reine Konzentrationsbestimmung hinaus. Die Messkampagne dient der Erweiterung des bereits existierenden Probenpools auf das Einzugsgebiet der Elbe, um Element- und Isotopensignaturen bestimmen zu können. Dies ist notwendig, um Mischungen entlang der Transportwege charakterisieren und Einflussquellen auf die Untersuchungsgebiete in der Nordsee determinieren zu können. In diesem Zusammenhang können beispielsweise Sr-Isotopenverhältnisse genutzt werden, um Sedimentflüsse zu beschreiben, da die Variabilität dieses Isotopensystems weitgehend einer geogenen Variabilität unterliegt, während die Betrachtung von z.B. Pb Isotopen die Unterscheidung von geogenen und anthropogenen Schadstoffquellen erlaubt.
Diese Untersuchungen liefern einen Beitrag zur Charakterisierung von Stoffströmen, Depositionen und des Zustandes des küstennahen Meeresbodens der Nordsee.

Folgende Fragen sollen beanwortet werden:


  • Konzentrationen Setzt sich der kontinuierlich abnehmende Trend der Belastung der Elbe fort und tauchen neue Problemstoffe auf?
  • Herkunft und Transport Kann man die Schadstoffquellen der Elbe bis in die Nordsee verfolgen?
  • Geogen oder anthropogen Wie stark ist der vom Menschen verursachte Eintrag?

Mit der "Ludwig Prandtl"

Prandtl

Im ersten Fahrtabschnitt, der sich entlang der Tideelbe vom Scharhörnriff bis zum Geesthachter Wehr erstreckte, konnte das Forschungsschiff „Ludwig Prandtl“ eingesetzt werden. Sediment- und Wasserproben wurden im Elbestrom entnommen. Die Wasserproben wurden direkt an Bord filtriert, um eine schnelle und möglichst kontaminationsfreie Bearbeitung zu gewährleisten. Sedimentproben wurden direkt bis zur weiteren Verarbeitung eingefroren.

Mit dem "Tümmler"

Nach dem Wehr in Geesthacht reichte der Wasserstand in der Elbe nicht mehr aus, um diese mit der "Ludwig Prandtl" befahren zu können. Wir stiegen in ein Schlauchboot um. Die Probennahme erfolgte vom Boot aus und ein Begleitfahrzeug sorgte für die Abnahme der Proben und den Nachschub. Die Proben wurden täglich zur schnellen Bearbeitung nach Geesthacht ins Labor transportiert.

Zu Fuß

Zufuß2

In der Oberelbe war der niedrigste Wasserstand seit Jahrzehnten zu verzeichnen. So blieb auf den letzten Stationen nur die Probennahme von Land aus übrig.

Danke schön!

Vielen Dank an die Besatzung der "Ludwig Prandtl" und an die Kollegen der Abteilung "Submesoskalige Dynamik" für die tatkräftige und wertvolle Hilfe und Unterstützung.

Eindrücke von einer abwechslungsreichen Kampagne