Biogeochemie im Küstenmeer
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Aquatische Nährstoffkreisläufe

Der Übergangsbereich von Fluss zum Meer sowie die Küstenmeere sind sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht für den Menschen ausgesprochen wertvoll (Häfen, Fischerei, Windparks, Tourismus), werden aber durch zu hohe Einträge von ansonsten lebensnotwendigen Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor aus Landwirtschaft, Verkehr und kommunalen Abwässern belastet. Die Anreicherung von Nährstoffen im Küstenmeer äußert sich zum Beispiel in übermäßigen Algenblüten (Eutrophierung) und niedrigen Sauerstoffkonzentrationen.

In einem gesunden Ökosystem können die Nährstoff- und Kohlenstoffeinträge bis zu einem gewissen Masse durch eine Vielfalt an mikrobiologischen und biogeochemischen Prozessen in Flüssen und Flussmündungen zurückgehalten werden. Andererseits können nährstoffreiche „Altlasten“ aus dem Fluss- und Meeresboden wieder ins Wasser gelangen und so erneut zur Eutrophierung beitragen. Welcher dieser Prozesse überwiegt, ist gerade in dynamischen Gebieten wie den Fluss-Meer Übergangsbereichen schwer vorherzusagen. Umso wichtiger ist die Untersuchung, welche natürlichen Prozesse und Kreisläufe im Wasser und in den Sedimenten auf die Nährstoffkonzentrationen wirken.

Unser Ziel ist, die verschiedenen Eintragswege in Flüssen und Küstenmeeren zu identifizieren, die Kreisläufe im Ökosystem zu quantifizieren und deren Effekte zu bewerten. Für unsere Forschung setzen wir u.a. autonome Unterwassermesstechnik sowie stabile Isotope zur Identifizierung von Quellen und Senken ein.