Über uns

Die Küste wird fast überall auch dadurch charakterisiert, dass es ein intensiv genutzter Raum ist, ein Raum für spezielle Ökosysteme, Lebensraum von Menschen. Küste ist also auch eine Frage von Kultur, Wirtschaft, Konflikten und Ökosystemen. Küsten sind Endlager terrestrischer Stoffströme, Empfänger fremder Arten, Ort von wichtigen Wirtschaftsaktivitäten (Schifffahrt, Fischfang, Offshore Ressourcen, Tourismus), Knotenpunkte für internationale Kontakte. An Küsten stellen sich Katastrophen besonders heftig dar (Tsunamis, Sturmfluten). Küste ist also per se ein interdisziplinär zu behandelnder wissenschaftlicher Gegenstand, der zudem Gegenstand eines breiten und diversen gesellschaftlichen Interesses ist.

Küstenforschung erfordert vielseitige Kompetenz, die die geophysikalische Dimension, die ökologische Dimension sowie die human-geographische Dimension mit berücksichtigt. Letztere umfasst dabei nicht nur die Geschichte, die Kultur und Wertespektren der Küstenbevölkerung, sondern auch die Notwendigkeit des technischen und organisatorischen Managements. Daher ist das Küsteningenieurwesen ein integraler Bestandteil der Küstenforschung. Eine Verkürzung zugunsten der meereskundlichen Dimension geht mit dem Verlust gesellschaftlicher Relevanz und akademischer Attraktivität einher.

Das Institut für Küstenforschung am Helmholtz Zentrum Geesthacht folgt diesem Leitbild – mit je einem Institutsteil, der sich der Prozessforschung (submesoskalige Wirbel) und der zeitnahen Managementfrage (COSYNA) widmet, einem Institutsteil der Perspektiven längerfristigen geophysikalischen Wandels (gerade auch Klimawandel) behandelt, und einem dritten Institutsteil, der Stoffströme, Depositionen und den Zustand des küstennahen Meeresbodens ins Zentrum rückt. Dazu gibt es mit dem Norddeutschen Küsten- und Klimabüro und dem Baltic Earth Büro Kontaktstellen zur Öffentlichkeit und zu einschlägigen, Forschungsgemeinschaften. Eine Abteilung befasst sich mit der sozio-ökonomischen Dynamik und anthropogenen Nutzungen an der Küste. Dazu gesellt sich eine sehr aktive Präsenz in den Medien und in der Beratung zu Fragen des Küstenschutzes.