| News

Deutsch-Chinesische Kooperation zur Biomaterialentwicklung gestartet

Der gemeinsame Kooperationsvertrag des GKSS-Forschungszentrums Geesthacht und der Tianjin Universität in China für die künftige Zusammenarbeit wurde heute in Teltow von Prof. Dr. Wolfgang Kaysser, wissenschaftlicher Geschäftsführer der GKSS und dem Präsidenten der Tianjin-Universität, Prof. Dr. Gong Ke unterzeichnet. Ziel der Kooperation ist es, die Entwicklung innovativer Materialien für die Regenerative Medizin zu intensivieren, wobei ein wesentliches Element der Kooperation das gemeinsam geführte „Tianjin University – GKSS Joint Laboratory for Biomaterials and Regenerative Medicine“ ist.

Die neue Einrichtung wurde in China bereits im Dezember 2009 feierlich eröffnet. Heute konnten sich die chinesischen Partner im Beisein von Regierungsdirektor Peter Hassenbach, BMBF, ein Bild von den Laboren des GKSS „Zentrums für Biomaterialentwicklung“ in Teltow machen.

China II

Prof. Wolfgang Kaysser (GKSS), Prof. Gong Ke, President of Tianjin University und Prof. Andreas Lendlein (GKSS) freuen sich über den erfolgreichen Vertragsabschluss (v.l.n.r.)

Standortleiter Prof. Dr. Andreas Lendlein über die Zusammenarbeit mit den chinesischen Forschern:„ Die gemeinsame Aufgabe besteht im Aufbau einer neuen Technologieplattform zur Entwicklung von Multischichtsystemen für medizinische Anwendungen. Hier bringen beide Partner ihre jeweilige Kompetenz exzellent zusammen.“ Neben halbjährlich wechselnden Projekttreffen zwischen China und Deutschland ist ein Austausch der im Projekt involvierten Doktoranden angestrebt, welcher im Rahmen eines Austauschprogrammes in Kooperation mit der Universität Potsdam und der Freien Universität Berlin erfolgen soll.

Erste Gespräche hierzu wurden mit Vertretern aller Beteiligten geführt. Das gemeinsame Labor wird sowohl vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie in gleichem Umfang durch das chinesische Ministerium für Wissenschaft und Technologie (MOST) gefördert. Für das zunächst auf fünf Jahre angelegte Projekt wurden rund zwei Millionen Euro in Deutschland zur Verfügung gestellt.

Biologische Materialien nachempfinden

Körpergewebe, z.B. Blutgefäßwand oder Bandscheibe verdanken ihre herausragenden biomechanischen Eigenschaften und Funktionen der hoch organisierten Strukturierung auf kleinster Ebene. Solche Multischichtsysteme im Labor zu entwickeln ist sehr aufwendig. Teilweise sind bereits die benötigten Ausgangsmaterialien, so genannte Monomere, dafür kommerziell nicht erhältlich.

China I

Die hier existierenden Engpässe sollen in der Zusammenarbeit mit dem chinesischen Projektpartner überwunden werden. Ausgangsmaterialien werden dann am „Zentrum für Biomaterialentwicklung“ zu Polymeren und in weiteren Schritten zu Schichtsystemen verarbeitet. Die Abteilung „Aktive Polymere“ in Teltow wird hierzu um sechs Mitarbeiter vergrößert.

„Der chinesische Kooperationspartner, die School of Chemical Engineering and Technology der Tianjin University, belegt im Bereich des Chemieingenieurwesens in China die Spitzenposition aller national geförderten Institutionen“, so der Abteilungsleiter PBA, Dr. Marc Behl. Mit Prof. Dr. Dr. Yakai Feng, dem Leiter der Abteilung Polymere in Tianjin, verbindet ihn und Prof. Dr. Andreas Lendlein eine langjährige wissenschaftliche Kooperation unter anderem während des Aufenthaltes von Prof. Dr. Dr. Yakai Feng als Gastwissenschaftler in den Jahren 2005 bis 2007 in Teltow am Zentrum für Biomaterialentwicklung.

Glossar

Regenerative Medizin

Die regenerative Medizin gilt als eines der Zukunftsfelder der Medizin. Sie beschäftigt sich mit der funktionellen Rekonstruktion erkrankter Gewebe und Organe durch Anregung körpereigener Regenerationsprozesse insbesondere durch Biomaterialien. Durch die Fortschritte im Bereich des Tissue Engineering wurden Anwendungen wie Haut-, Knochen- oder Knorpelersatz bereits Realität.

Kontakt


Sabine Benner

Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Institut für Biomaterialforschung

Tel: +49 (0)3328 352-490

Fax: +49 (0)3328 352-452

E-Mail Kontakt