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Eröffnung des Helmholtz Virtuellen Instituts „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“

Im Dezember 2011 wurde das Helmholtz Virtuelle Institut (HVI) „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“ mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags feierlich eröffnet. Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Lendlein (HZG), Prof. Dr. Matthias Ballauff (HZB) und Prof. Dr. Rainer Haag (FU Berlin) werden dort Wechselwirkungen zwischen polymeren multifunktionalen Biomaterialien und Proteinen erforscht.

Gruppenfoto HVI

Hintere Reihe von links: Prof. Dr. Matthias Ballauff, Prof. Dr. Monika Schäfer-Korting, Prof. Dr. Andreas Lendlein, Prof. Dr. Prasad V. Shastri, Prof. Dr. Rainer Haag; vordere Reihe von links: Michael Ganß, Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, Prof. Dr. Peter-André Alt, Prof. Dr. Jürgen Rühe; Fotograf: Bernd Wannenmacher/FU Berlin

Moderne medizinische Therapien, wie z.B. minimal-invasive Eingriffe, Therapien, die die körpereigene Regeneration anregen, oder der gezielte Wirkstofftransport, basieren oft auf der Verwendung multifunktionaler Biomaterialien. Die Wechselwirkungen zwischen multifunktionalen Biomaterialien und körpereigenen Proteinen sind bisher kaum erforscht.

Sie treten auf, sobald die Materialien mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen, beispielsweise als Membranen bei der Dialyse, oder als Implantate z.B. in Form von Mikro- bzw. Nanopartikeln in den Körper gelangen. Die Funktionalität der Materialien kann sich dadurch entscheidend verändern.

So bilden körpereigene Proteine oft eine Schicht auf der Oberfläche von Biomaterialien. Sie beeinflussen oder initiieren dadurch weitere biologische Reaktionen und beeinflussen die Adhäsion von Zellen. Ein Beispiel hierfür, das auch den dringenden Handlungsbedarf zeigt, ist die Adsorption unerwünschter Proteine auf kardiovaskularen Implantaten. Dadurch können Prozesse ausgelöst werden, die langfristig möglicherweise schwere medizinische Komplikationen zur Folge haben. Ziel des Forscherteams im neuen HVI ist es, ein umfassendes Verständnis dieser Prozesse zu gewinnen, um sie zukünftig kontrollieren und auch gezielt steuern zu können.

Das HVI „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“ ging als eine von zwölf erfolgreichen HVI-Initiativen aus dem im Juli 2011 abgeschlossenen Evaluationsprozess hervor. Mit den Helmholtz Virtuellen Instituten will die Helmholtz-Gemeinschaft die Zusammenarbeit mit den Hochschulen neu initiieren und stärken, indem Schlüsselkompetenzen von einem oder mehreren Helmholtz-Zentren mit jenen von Universitäten und akademischen und industriellen Partnern zusammengebracht werden. Dadurch entstehen Zentren wissenschaftlicher Exzellenz, die international wettbewerbsfähig sind und den Weg bereiten für größere kollaborative Netzwerke.

Assoziierte Partner des HVI „Multifunktionale Biomaterialien für die Medizin“ sind die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die Harvard-Universität in Cambridge (USA), die Universität Tokyo (Japan) und die Sichuan-Universität in Chengdu (China), als Industriepartner sind die Mivenion GmbH und die Fresenius Medical Care AG beteiligt. Die Koordination des Gesamtprojekts liegt beim Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Kontakt


Sabine Benner

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Institut für Biomaterialienforschung

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