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Strategieworkshop „Biologisierung der Medizintechnik“ in Teltow

Ende August fand auf dem Teltower Campus der Workshop „Biologisierung der Medizintechnik“ statt. Initiiert wurde die Veranstaltung durch die Regenerative Medizin Initiative Berlin-Brandenburg (RMIB), das Berlin-Brandenburg Center für Regenerative Therapien (BCRT) sowie das Aktionszentrum BioTOP Berlin-Brandenburg.

Publikum

Publikum

Die klassische Medizintechnik trifft heute zunehmend auf biologische Fragestellungen. So werden Implantate vom Organismus als Fremdkörper erkannt, was zu vielfältigen Problemen führen kann. Die heute bestehenden Systeme bedürfen daher weiterer Verbesserungen und es werden Funktionalitäten gefordert, die bisher noch nicht realisiert werden konnten. Eine Biologisierung der Implantate stellt hierzu ein geeignetes Vorgehen dar. So könnten deren Oberflächen mit bioaktiven Substanzen beschichtet oder Implantate auf Basis von intelligenten Materialien hergestellt werden, z.B. Polymeren, die abbaubar sind, und daher nicht dauerhaft im Körper verbleiben, wie beim resorbierbaren Stent.

Die Synergieeffekte von Medizintechnik und Biologie werden jedoch noch nicht ausreichend genutzt. Ein großes Problem sind auch die hohen Investitionen sowie komplizierte Zulassungsverfahren, die mit der Entwicklung neuer biologisch-technischer Produkte und Therapien verbunden sind. Kooperationen könnten helfen, diese Situation verbessern. Der Workshop brachte die herausragenden Akteure aus Industrie, Klinik und Wissenschaft in der Region Berlin-Brandenburg erstmals zu einem Erfahrungsaustausch zusammen. Rund 50 Teilnehmer diskutierten im Plenum und in zwei Workshopteilen aktuelle Fragen zu kardiovaskulären Anwendungen (Leitung: Prof. Dr. Friedrich Jung, HZG) sowie muskuloskelettalen Anwendungen (Leitung: Prof. Dr. Britt Wildemann, BCRT).

Es wurde deutlich, dass eine Kombination von Regenerativer Medizin und Medizintechnik zahlreiche neue Möglichkeiten und Produkte verspricht, die einen Fortschritt für die Patienten bedeuten würden. Es wurden daher auch konkrete Handlungsfelder angedacht, die von Seiten der klinischen Medizin, der Materialwissenschaften und der Pharmakologie gemeinsam mit medizintechnischen Unternehmen angegangen werden können. Die Ergebnisse sollen dem BMBF in Form eines Positionspapiers vorgelegt werden.

Kontakt


Sabine Benner

Helmholtz-Zentrum Geesthacht
Institut für Biomaterialienforschung

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