Institut für Biomaterialforschung

Biointerface Engineering

Klein- und grobschollige Degradationsprodukte im Kapselgewebe um ein AB-Polymernetzwerk fünf Wochen nach Implantation (HE-staining)

Klein- und grobschollige Degradationsprodukte im Kapselgewebe um ein AB-Polymernetzwerk fünf Wochen nach Implantation (HE-staining)

Bio‐Engineering ist die Anwendung von Grundsätzen der Ingenieurwissenschaften und der Naturwissenschaften auf Gewebe, Zellen, bioaktive Moleküle und Biomaterialien. Die derzeitige Forschungsarbeit der Abteilung richtet sich auf die Entwicklung kardiovaskulärer Implantate, die in der regenerativen Medizin zunehmend an Bedeutung gewinnen. Vaskuläre Prothesen mit kleinem Durchmesser, vaskuläre Patches, Systeme zum Verschließen des linken Herzohres und abbaubare, Arzneimittel freisetzende Stents auf Polymerbasis sind Projekte von vorrangigem Interesse.

Bei der Entwicklung hämokompatibler Implantatoberflächen kommen verschiedene Strategien zum Einsatz. Die funktional-konfluente und scherresistente Endothelialisierung von Oberflächen auf Polymerbasis stehen im Mittelpunkt der Forschung. Darüber hinaus wird eine Funktionalisierung geeigneter Bulkmaterialien mit passivierenden Substanzen, wie zum Beispiel Poly(ethylenglycol), ausgeführt, um die Proteinadsorption und -adhäsion von Blutzellen zu reduzieren.

Mit den entwickelten Implantaten soll die Regeneration der Gefäßwand unterstützt werden, beispielsweise durch Arzneimittel freisetzende bioaktive Substanzen. Entsprechend ihrem polarisierten Profil erfordern Blutgefäße Prothesen, die Protein- und Zellkontakte an der Lumenoberfläche (Blut) hemmen, aber die Bindung von Zellen an der abluminalen Oberfläche gestatten, so dass sich die Polymerprothesen in das benachbarte Gewebe integrieren können.