The Future Okavango Projekt – Wissenschaft für nachhaltiges Land- und Ressourcenmanagement im Okavango Basin
Der Okavango-Fluss entspringt im zentralen Hochland Angolas und mündet in Botsuana im größten Binnendelta der Welt. Er ist die zentrale Lebensader für ein Mosaik aus Waldsavannen und ausgedehnten Feuchtgebieten. Klimawandel, Bevölkerungswachstum und Übernutzung bedrohen das gesamte Ökosystem. Als Folge davon kommt es zu erheblichen Konflikten um Land- und Wassernutzung. Das Projekt „The Fututre Okavango“ (TFO) hat zum Ziel, das Land- und Ressourcenmanagement in den betroffenen Regionen zu verbessern.
Mit seiner Länge von rund 1.300 Kilometern und einem Einzugsgebiet, das etwa halb so groß ist wie Deutschland, sichert der Okavango die biologische Vielfalt in der Region. Gleichzeitig ist er die Lebensgrundlage für knapp eine Million Menschen in seinen Anrainerstaaten Angola, Namibia und Botsuana. Während der Regenzeit im Hochland von Bié in Angola (bis zu 2.619 m üNN) wird der Fluss mit Wasser gespeist.
© TFO - Das Einzugsgebiet des Okavango
Jedes Jahr fließen rund zehn Milliarden Kubikmeter Wasser nach Südosten in eine Region, in der sonst kaum Wasser vorkommt. Dort, im Kalaharibecken Botsuanas, sammelt sich das Wasser Monate später im größten Inland-Flussdelta der Welt, dem Okavango-Delta, wo es eines der größten Frischwasser-Sumpfgebiete südlich des Äquators bildet. Die Wassermassen erreichen die Region in der Trockenzeit und schaffen so die Überlebensgrundlage für das reiche Tierleben.
Das Klima des Flusseinzugsgebietes ist durch diese unterschiedlichen Umweltbedingungen entlang des Flusslaufs und durch die relativ hohen Temperaturen, die mit hohen Verdunstungsraten einhergehen, geprägt. Der hydrologische Kreislauf zeigt zwei jährliche Extreme: Überflutungen im Wechsel mit Trockenperioden. Dies führt zu sehr variablen Wasserständen in den flussabwärts gelegenen Regionen. Für eine so sehr von den Ressourcen des Okavango-Flusses geprägt Region sind Änderungen des Klimas, die Auswirkungen auf alle Komponenten des hydrologischen Kreislaufs haben können und daher direkt das Leben der Bevölkerung beeinflussen, von besonderer Bedeutung.
Klimawandel und Nutzungsdruck
Neben dem Klimawandel tragen darüber hinaus das Bevölkerungswachstum und ökonomische Interessen dazu bei, dass der gesamten Region erhebliche Veränderungen bevorstehen. So könnten die Intensivierung des Bewässerungslandbaus und der Bau neuer Staudämme die Auseinandersetzungen um Land und Wasser beschleunigen. Der Nutzungsdruck auf die natürlichen Ressourcen Wasser, Lebensraum und Rohstoffe des Okavango steigt ständig. Daher besteht ein hoher Bedarf an geeigneten wissenschaftlichen Beiträgen zur Optimierung der Landnutzung und des Ressourcenmanagements. Das Okavango Einzugsgebiet kann als Modell-Region gesehen werden, um solche Beiträge zu erbringen.
© TFO - Nutzungsdruck auf die natürlichen Ressourcen / Bild zum Vergrößern anklicken
Hier setzt das Projekt an, um die Zukunft der Lebensader Okavango zu erhalten und zu gestalten. Im Fokus stehen die Fragestellungen:
- Wie ist die gegenwärtige Situation am Okavango?
- Wie wirkt sich der Nutzungsdruck aus?
- Wie lässt sich nachhaltiges Landmanagement in der Region realisieren?
Zur Erfassung der aktuellen Probleme und zur Entwicklung von Lösungsstrategien sind verschiedene Forschungsdisziplinen involviert. An der Umsetzung des Forschungsvorhabens beteiligen sich zahlreiche Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Deutschland, den afrikanischen Partnerländern sowie aus Portugal und Brasilien.
Die Rolle des CSC
Die Aufgabe des CSCs im Teilprojekt TP01 ist es, das heutige und zukünftige Klima der Okavango-Region zu analysieren, regionale Klimaänderungssimulationen durchzuführen und die Ergebnisse sowie Informationen zu Unsicherheiten an die Projektpartner weiterzugegeben. Um eine robuste Aussage über mögliche zukünftige Klimaänderungen treffen zu können, werden mindestens zwei IPCC Emissionsszenarien sowie zwei globale und zwei regionale Klimamodelle verwendet. Schwerpunkte der Analysen sind das Verständnis der klimarelevanten Prozesse in der Okavango-Region sowie die Abschätzung der Unsicherheiten der Klimaprojektionen.
Die Laufzeit des Projekts beträgt fünf Jahre und wird vom BMBF finanziert.
Links
Projektfactsheet "The Future Okavango (TFO)"
The Future Okavango-Homepage
TFO-Teilprojekt SP01 - Klimawandel in der Okavangoregion
Kontakt
Prof. Dr. Daniela Jacob
Dr. Torsten Weber