| Pressemitteilung

Unsere Winterstürme bisher nicht vom Klimawandel beeinflusst

Während extreme Hitzewellen in einem deutlichen Zusammenhang zum Klimawandel stehen, ist diese klare Abhängigkeit für andere Extremereignisse wie Starkregen, Dürren oder Stürme nicht immer erkennbar. Diese Erkenntnisse wurden jetzt in dem internationalen Bericht „Explaining Extreme Events of 2013 from a Climate Perspective” veröffentlicht. Für den Bericht beleuchteten 20 internationale Forschungsgruppen die Ursachen von 16 im Jahr 2013 weltweit aufgetretenen extremen Wetterereignissen. Auch Dr. Frauke Feser und Prof. Hans von Storch vom Institut für Küstenforschung des Helmholtz-Zentrums Geesthacht gehören zu den Autoren der international beachteten Publikation.

Auswertungen zum Sturm „Christian“

Zugbahn

Verlauf des Sturms „Christian“ aus Analysen des DWD (rot) und Rekonstruktionen aus dem CoastDat-Datensatz des HZG (blau). Die Box zeigt den Bereich der ausgewerteten Stationen für die Sturmstatistik. (Originalabbildung aus dem Bericht)

In Zusammenarbeit mit Dr. Susanne Häseler und Dr. Christiana Lefebvre vom Deutschen Wetterdienst und Dr. Martin Stendel vom Dänischen Meteorologischen Institut werteten die Küstenforscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht unter anderem die Daten zum Sturm „Christian“ aus.

„Christian“ zog am 27. und 28. Oktober 2013 über West- und Nordeuropa und richtete in den Küstenregionen schwere Schäden an. Die Ergebnisse zu „Christian“ bestätigen frühere Auswertungen: „Winterstürme über dem Nordatlantik und Nordwesteuropa zeigen starke, jahrzehntelange Schwankungen, jedoch ist derzeit kein Langzeittrend in der Abhängigkeit zum Klimawandel sichtbar “, erläutert Dr. Frauke Feser vom Helmholtz-Zentrum Geesthacht.

Erkennbar sind eine Verringerung der Sturmaktivität seit den 1880ern bis Mitte der 1960er Jahre und ein darauf folgender Anstieg bis Mitte der 1990er Jahre. Ab Mitte der 1990er Jahre verringert sich dann wiederum die Sturmaktivität.

Bodenanalyse

Bodenanalyse vom 28.10.2013 um 12 UTC (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

„Anders als bei beobachteten Hitzewellen können diese Schwankungen der Sturmtätigkeiten allein auf natürliche Variabilität zurückgeführt werden. Wir schließen damit aber auch nicht aus, dass der bestätigte menschengemachte Klimawandel in der späteren Zukunft einen Einfluss auf die Sturmaktivitäten haben könnte“, verdeutlicht Prof. Hans von Storch.

Der Zusammenhang von Hitzewellen und menschengemachten Klimawandel dagegen ist deutlich. In dem Bericht beschreiben amerikanische Wissenschaftler beispielsweise die extreme Hitzeperiode in Kalifornien an der Westküste der USA, die das ganze Jahr 2013 über andauerte. Die atmosphärischen Voraussetzungen für Hitzewellen wie diese treten heute laut den Forschern deutlich häufiger auf als in vergangenen Jahren.

Download des Klimaberichtes

Sturm Fotolia_2815037_M© Matthias Krüttgen - Fotolia.com

Sturm in der Nordsee (Quelle: Fotolia, Matthias Kröttgen)

Der als „special report“ des Bulletin of the American Meteorological Society publizierte Bericht ist Teil einer jährlich erscheinenden Serie zum Zusammenhang von aktuellen Extremwetterereignissen und dem Klimawandel. Herausgeber: National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) des United States Department of Commerce.

Der vollständige Bericht kann hier herunter geladen werden (englisch): zum Bericht [www.ametsoc.org]

Zur Pressemitteilung der NOAA (englisch) [www.noaanews.noaa.gov]

Informationen dazu, wie sich das Windklima in Norddeutschland in den letzten 60 Jahren verändert hat, bietet der Norddeutsche Klimamonitor:

http://www.norddeutscher-klimamonitor.de
Möglichkeiten für Hintergrundgespräche

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte


Prof. Hans von Storch

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Institut für Küstenforschung
Max-Planck-Str. 1, 21502 Geesthacht

Tel: +49 (0)171 212 2046

E-Mail Kontakt

Dr. Frauke Feser

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Institut für Küstenforschung
Max-Planck-Str. 1, 21502 Geesthacht

E-Mail Kontakt

Jessica Klepgen

Helmholtz-Zentrum Geesthacht

Institut für Küstenforschung
Max-Planck-Str. 1, 21502 Geesthacht

Tel: +49 (0)4152 87-2833

E-Mail Kontakt