08.01.2009 Pressemitteilung GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
GKSS-Wissenschaftler widerlegen Argument der Klimaskeptiker
Die globale Zunahme von wärmeren Jahren ist kein Zufall
Globale Monats- und Jahresmitteltemperaturen zwischen 1850 und Juni 2008 auf der Erdoberfläche relativ zum Mittelwert des Zeitraums 1961–1990, basierend auf Messungen der Boden-Lufttemperatur durch Wetterstationen. Quelle: HadCRUT.
Zwischen 1880 und 2006 lag die durchschnittliche globale Jahrestemperatur im Mittel bei 15 Grad Celsius. In den Jahren nach 1990 häuften sich Jahre, in denen dieser Mittelwert überschritten wurde.
Die GKSS-Forscher stellten sich die Frage: Ist es purer Zufall, dass die wärmsten 13 Jahre nach 1990 gemessen wurden, oder ist diese Häufung beeinflusst?
Wahrscheinlichkeit wurde berechnet
Kopf oder Zahl
Mithilfe der so genannten mathematischen „Monte-Carlo-Simulation“ haben die Küsten- und Klimaforscher Dr. Eduardo Zorita und Professor Hans von Storch des GKSS-Forschungszentrums gemeinsam mit Professor Thomas Stocker der Universität Bern berechnet, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass die Häufigkeit von warmen Rekordjahren nach 1990 ein Zufall ist, sondern dass sie von bestimmten externen Antrieben beeinflusst wird.
Dass die 13 wärmsten Jahre seit 1880 nach 1990 zufällig stattgefunden hätten, entspräche einer Wahrscheinlichkeit von nicht mehr als 1:10000.
Der Faktor 1:10000 lässt sich anhand des Glücksspiels „Kopf oder Zahl“ veranschaulichen: Wären die warmen Rekordjahre purer Zufall gewesen, so müsste bei dem Spiel 14mal hintereinander nur Kopf oder nur Zahl fallen.
Klima komplizierter als Spiel
Ein Beispiel: Nach einem warmen Jahr folgen in der Regel weitere milde Jahre, da die Ozeane Wärme speichern. Diese natürliche Trägheit musste in die Berechnungen einbezogen werden.
„Unsere Studie ist rein statistischer Natur und kann die Zunahme der warmen Jahre nicht einzelnen Faktoren zuschreiben, steht aber in vollem Einklang mit den Ergebnissen des IPCC, dass der verstärkte Ausstoß von Treibhausgasen zu einem Großteil für die jüngste globale Erwärmung verantwortlich ist“, fasst Zorita seine Arbeit zusammen.
Originaltitel der Veröffentlichung
weitere Informationen
Link zum oben gezeigten Hadley-Klimadiagramm auf www.wikipedia.de:
Ansprechpartner
Dr. Eduardo Zorita
Institut für Küstenforschung
GKSS-Forschungszentrum Geesthacht
Telefon: +49 (0)4152 87-1856
Telefax: +49 (0)4152 87-1888
Torsten Fischer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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