Leichte Strukturwerkstoffe
Bei den Bemühungen der Transportindustrie, den Kraftstoffverbrauch und den Ausstoß von Treibhausgasen zu senken sowie die Effizienz von Systemen zur Energieumwandlung zu steigern, spielen Leichtbauwerkstoffe eine große Rolle. Neben weit verbreiteten Materialien wie Stahl-, Aluminium- und Titanlegierungen stehen neuartige Legierungen auf Magnesium- und Titanaluminidbasis im Fokus des Interesses, verfügen sie doch über viel versprechende Eigenschaften für bestimmte Anwendungsbereiche.
In Zukunft werden ausgewählte Werkstoffe auf Magnesiumbasis in Kfz-Antriebssträngen und in Bauteilen aus Guss- und Knetlegierungen zum Einsatz kommen. Magnesiumlegierungen bergen jedoch auch gewisse Schwierigkeiten, die zunächst gelöst werden müssen. Hierzu gehören ihre unzureichenden Korrosionseigenschaften, insbesondere im Kontakt mit anderen metallischen Materialien, die beschränkte Formbarkeit der derzeit verfügbaren Magnesiumknetlegierungen, die ungenügende Hochtemperatureignung der gebräuchlichsten Gusslegierungen sowie die niedrige Duktilität der meisten Magnesiumwerkstoffe. Vor die gleichen Probleme stellen uns Titanaluminid (TiAl)-Legierungen, die noch nicht vollständig entwickelt sind und derzeit nur in Pilotanlagen verarbeitet werden können. Hier kommt die Zuverlässigkeit als ein weiteres zu lösendes Problem hinzu.
Auch wurden Aktivitäten eingeleitet, die den Einsatz von Materialien auf Magnesiumbasis in medizinischen Anwendungen zum Gegenstand haben. In diesem Bereich wird an geeigneten Legierungszusammensetzungen und Prozesslinien für den Einsatz von Materialien auf Magnesiumbasis geforscht, die als Stents, Implantate und in der Gewebetechnik zum Einsatz kommen sollen.
Zur Bearbeitung eignet sich in diesem Zusammenhang das so genannte Metallpulverspritzgussverfahren (MIM). Im Fokus der Entwicklungstätigkeit steht die Bearbeitung von sauerstoffempfindlichen Titan- und Magnesiumlegierungen sowie die Fertigung von Präzisionskomponenten für den Einsatz in Maschinen und für medizinische Anwendungen.
Sprecher des Programms:
Prof. Dr. Ing. Karl Ulrich Kainer
Topic Spokesman
Telefon: +49 (0)4152 87-2542
Telefax: +49 (0)4152 87-2636

