Mechanik und Fügen von Leichtbauwerkstoffen
Im Fokus dieses Forschungsschwerpunkts stehen das mechanische Verhalten neuartiger Leichtbauwerkstoffe und komplexer Leichtbaustrukturen, ihre Herstellung mittels hoch entwickelter Fügeverfahren und ihre Betriebssicherheit. Besondere Bedeutung kommt dabei Strukturen aus Multimaterialkomponenten zu, die neue Lösungen zum Einsparen von Gewicht versprechen. Anwendungsgebiete sind Flugzeug- und Fahrzeugkarosserien sowie Strukturkomponenten für Schiffe und Züge. Besonders im Luftfahrtbereich zeichnet sich aktuell eine deutliche Zunahme von Metall-CFK-Strukturen ab, wodurch sich aktuell ein hoher Bedarf an Fügeverfahren zur Verbindung von metallischen und CFK-Strukturelementen ergibt. In den kommenden Jahren soll gezeigt werden, dass sich verschiedene neuartige Fügetechnologien dazu einsetzen lassen, leichte Strukturen aus mehreren Werkstoffen zu fertigen, z. B. aus Magnesium, Aluminium, hochfestem Stahl und verstärkten Kunststoffen. Traditionell konzentrieren sich die Forschungsarbeiten in diesem Programmschwerpunkt auf das Fügen artgleicher und artungleicher metallischer Leichtbauwerkstoffe mit modernen Fügetechnologien, insbesondere das Laserschweißen und das Rührreibschweißen (FSW). Beide Technologien werden im Rahmen der programmatischen Forschung ständig weiterentwickelt und im Hinblick auf Technologietransfer in die Industrie sehr erfolgreich betrieben.
In Zusammenarbeit mit Instituten innerhalb des Helmholtz-Programms „Funktionale Werkstoffe“ sowie mit externen Partnern aus Wissenschaft und Industrie sollen unter diesem Gesichtspunkt künftig verstärkt auch Metall-Polymer-Verbindungen untersucht werden. Hierfür wird seit 2010 eigens eine Helmholz-Hochschul-Nachwuchsgruppe „Advanced Polymer-Metal Hybrid Structures“ in Zusammenarbeit mit der TU Hamburg-Harburg aufgebaut. Um die mechanischen Eigenschaften hoch belasteter Leichtbaustrukturen präzise vorhersagen zu können, ist es unerlässlich, Grundlagenforschung in Bezug auf Verformung, Schädigung und Bruch von Leichtbauwerkstoffen und sowie von gefügten Strukturen zu betreiben. Nicht zuletzt müssen allen Abläufen bei Konstruktion, Bau und Betrieb von solchen Leichtbaustrukturen Methoden zur Bewertung der Zuverlässigkeit zugrunde gelegt werden, die ein möglichst geringes Maß an Konservativität aufweisen. Eine zu konservative Auslegung und daraus resultierende verkürzte Inspektionsintervalle bedeuten unnötiges Gewicht sowie vermeidbare Kosten.
Die Überprüfung des Zusammenspiels neuer Methoden ist angesichts der steten Weiterentwicklung ein ambitionierter Anspruch, den wir an uns selbst haben. Um sowohl die Forschung im internationalen Wettbewerb als auch die Demonstration der Fähigkeiten der entwickelten Methoden an wohl definierten Problemstellungen erfolgreich verfolgen zu können, wurde dieser in die drei Unterthemen
- Grundlagen von Verformung, Schädigung und Bruch
- Prozesssimulation
- Füge- und lokale Modifikationstechnologien
- Light-weight Materials Assessment, Computing and Engineering Centre (ACE)
Kontakt:
Prof. Dr.-Ing. habil. Norbert Huber
Sprecher des Programms
Telefon: +49 (0)4152 87-2501
Telefax: +49 (0)4152 87-2534
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