Operationelle Systeme
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Verschiedene Fährschiffe tragen derzeitig eine FerryBox. Foto: fotolia / Pavoll Kmeto

In-situ Messsysteme

Aktuelle Ereignisse und stetige Veränderungen in Küstengewässern können nur voneinander unterschieden und beurteilt werden, wenn kontinuierliche Daten über den Zustand des Küstenmeeres vorliegen.

Zur dauerhaften Beobachtung der Küstenmeere entwickelt die Abteilung "In-situ Messsysteme" kostengünstige Verfahren, die Messungen zur Wasserqualität unmittelbar vor Ort („in situ“) ermöglichen. So werden Messergebnisse bereits auf See und nicht erst nach einer Probenanalyse im Labor gewonnen.

Dazu werden im Linienverkehr fahrende Schiffe wie Fähren und Containerschiffe als kostenlose Forschungsplattformen genutzt. Auf diesen werden Messsysteme ("FerryBoxen") installiert, die während der Reise automatisch das Wasser analysieren. Neben klassischen Messgrößen wie Temperatur und Salzgehalt können auch Wassertrübung, pH-Wert, Kohlendioxid-, Sauerstoff- und Nährstoffgehalt oder die im Wasser enthaltenen Algen bestimmt werden.

Die Messergebnisse der FerryBoxen werden vom HZG und international genutzt, um die Entwicklung von Algenblüten zu untersuchen und um die Versauerung der Meere besser beurteilen zu können. Auch wird untersucht, ob und in welchem Maße die Küstenmeere als Puffer oder Quelle von Kohlendioxid in der Atmosphäre dienen.
Mit den Daten läßt sich letztlich ein besseres Verständnis der komplexen Prozesse im Ozean erreichen, um ozeanographische und Klimamodelle durch eine realistische Datengrundlage zu verbessern.