
Küstenozeanographische Messsysteme
In den flachen Gewässern nahe der Küste wirken Tideströmung und Seegang besonders stark auf den Meeresboden. Sie halten Sanddünen und Rippel in Bewegung und lagern den Meeresboden bei Sturmfluten um. Darüber hinaus werden im Wasser schwebende Flocken aus Tonmineralen und verschiedenen biologischen Materialien, an denen sich Nährsalze und Schadstoffe bevorzugt anlagern, über weite Stecken transportiert. Die Transporte folgen Wechselspielen physikalischer Kräfte und biologischer Vorgänge in der Wassersäule und am Meeresgrund. Heftige Sturmfluten können innerhalb eines Tages so viel Material verfrachten wie sonst bei ruhigem Wetter über viele Monate hinweg bewegt wird. Für das nötige Verständnis ist es daher erforderlich, physikalische und biologische Messgrößen in engem Zeittakt über lange Zeit hinweg zu messen.
Folgende Fragekomplexe stehen im Vordergrund:
Folgende Fragekomplexe stehen im Vordergrund:
- Wie wandelt sich der Meeresboden vor Sylt im Laufe von Monaten und Jahren? Welche Folgen kann das für die Inselstabilität haben?
- Wie groß ist der Austausch von Stoffen und Energie zwischen dem Wattenmeer und der Deutschen Bucht? Welchen zeitlichen Mustern folgt er?
- Unter welchen Wetterbedingungen gehen schlickige Watten mitsamt ihren Lebensräumen für Pflanzen und Tiere verloren?
Folgende Messgeräte kommen zum Einsatz:
- Dauermesssysteme auf eingespülten Pfählen, die die Veränderungen der Schwebstoffkonzentrationen sowie deren Eigenschaften unter dem Einfluss von Seegang und Gezeiten erfassen
- Unterwassersysteme mit ähnlicher Sensorik, die auch im Winter vor Eisgang gesichert arbeiten können
- Profilierende Messsonden auf kreuzenden Schiffen
- Laboruntersuchungen an Wasserproben
- Fächerecholotsysteme zum zentimetergenauen flächendeckenden Kartieren des Meeresbodens
Die Dauermesssysteme unserer Abteilung sind Bestandteil des am IfK aufgebauten „Integrated Coastal Observatory Network“ ICON für die Deutsche Bucht.
