11.01.2012 News
Ausgezeichnete Arbeit: Öldrift in der Nordsee
Alena Chrastansky erläutert ihre Arbeit den Besuchern des Forschungsschiffes „Ludwig Prandtl“ während der „Forschung vor Anker Tour“ an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste.
Es geht nicht um große Ölmengen, wie sie beispielsweise bei Tankerunfällen anfallen, sondern um so genannte chronische Einleitungen entlang von Schiffsrouten. Solche Verschmutzungen entstehen beispielsweise durch das illegale Waschen von Schiffstanks. Alena Chrastansky ist in ihrer Arbeit der Frage nachgegangen, wie das Öl typischerweise unter dem Einfluss wechselnder Windrichtungen verdriftet.
Für ihre Berechnungen hat sie Computersimulationen von Meeresströmungen für die vergangenen 50 Jahre genutzt. Auf dieser Basis berechnete ein von Chrastansky erstelltes Driftmodell die Verteilung des Öls in Abhängigkeit vom Ort der Einleitung.
Das Ergebnis: Selbst bei gleich bleibender Einleitungsrate hätte wetterbedingt die Ölbelastung an den deutschen Küsten in den letzten 20 Jahren abgenommen. Die wetterbedingt veränderte Öldrift kann, neben einer verringerten Öleinleitung, als Erklärung für den Rückgang der Funde von ölverschmutzten Vögeln angesehen werden.
Die Preisträger Anna Jessel, Christina Raub und Dr. Ulrich Callies, der die Auszeichnung stellvertretend für Dr. Alena Chrastansky entgegen nahm. Von hinten rechts im Bild.: Prof. Dr. Jürgen Sündermann (Vorsitzender des Fördervereins „Freunde und Förderer des Zentrums für Meeres- und Klimaforschung e.V.“), Peter Börner, (Vorsitzender der Gesellschaft „Harmonie von 1789“) und Boris Fischer-Zernin (Vorstandsmitglied der Gesellschaft „Harmonie von 1789“).
Die Erkenntnisse aus Chrastanskys Arbeit sind nicht nur für Norddeutschland relevant. Ihr Forschungsansatz kann auch auf andere Regionen übertragen werden. Aus diesem Grund wurde Chrastanskys Arbeit nun mit dem ersten Städtepartnerpreis der Gesellschaft „Harmonie von 1789“ ausgezeichnet. Der Preis zeichnet herausragende, an der Universität Hamburg angefertigte Arbeiten aus den Bereichen Wasser, Meer und Klima aus.
Bei der Preisverleihung am 09. Januar in Hamburg konnte Alena Chrastansky nicht dabei sein. Mittlerweile ist die Geographin als Postdoc bei der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) in Melbourne, Australien. Den Preis hat Dr. Ulrich Callies, in dessen Abteilung Chrastansky promoviert hat, stellvertretend für sie entgegengenommen.
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Dr. Ulrich Callies
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